SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 02.12.2020


Die Zweitausender

Einzug in das neue Jahrtausend – der SV BV 2.0

Die 90er Jahre hatten die Messlatte für die Verantwortlichen des SV Bruchhausen-Vilsen hoch gehängt. Die positive Entwicklung des Vereins war im Grunde kaum mehr zu toppen. Damit verbunden war aber auch ein immenser Arbeitsaufwand für den Vorstand des SV um den Präsidenten Hermann Grieme und ab 2005 Reinhard Kleinschmidt. Mit dem Erfolg waren natürlich auch die Ansprüche der Mitglieder gestiegen. In der Vereinszeitung zu Beginn dieses Jahrtausends erhob der langjährige Jugendleiter Johann Mewes dementsprechend seine Stimme und forderte nachdrücklich mehr Trainer und Betreuer sowie bessere Trainingsmöglichkeiten. Dieser Weckruf wurde erhört, auch wenn es eine immerwährende Frage bleiben sollte, wie gute Mitarbeiter gewonnen werden könnten. Qualifizierte Trainer mit modernen Trainingsmethoden waren und sind nun einmal ein Erfolgsgarant für eine positive Entwicklung. Der Vorstand mit der Jugendabteilung bemühte sich vor allem darum, auch im Bereich der jüngeren Sportler des SV semiprofessionelle Verhältnisse zu schaffen. Als besonders positiv erwies sich hier die Kooperation im Jugendbereich mit den Nachbarvereinen TSV Martfeld, TSV Asendorf, TSV Süstedt und TSV Schwarme. Alle Jugendlichen aus allen Gemeinden konnten somit immer sicher sein, in einer Mannschaft gut trainiert werden zu können und – vor allem – auch spielen zu können. Das Angebot war groß genug. Dadurch war die Freude am Sport und die Motivation für den Sport in jedem Fall gegeben.

24 Kreis- und Staffelmeisterschaften sowie drei Kreispokalsiege konnten in diesem ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend verzeichnet werden – eine unglaubliche Anzahl an Titeln! Bemerkenswert dabei waren die vielen Titel im Bereich der F- und E-Jugend, ein Beweis für die richtige Zielsetzung des Vereins.

Genauso bemerkenswert ist aber auch, dass sich auch die Altherrenabteilung nicht „lumpen ließ“: Die Oldies holten in dieser Zeit zwei Titel, die Alte Herren qualifizierte sich 2009 sogar für die Niedersachsenmeisterschaft. Auch die Fußballdamen gewannen zum ersten Mal die Kreismeisterschaft. Lediglich die Korbball-Abteilung konnte nach bald 25 Jahren Spielbetrieb 2004 keine Mannschaft mehr melden. Ohne Zweifel ein Wermutstropfen, dafür allerdings wuchs die Beteiligung in der Sparte Mädchen- und Frauenfußball.

Der Vereinsvorsitzende Reinhard Kleinschmidt konnte somit zum Ende seiner Vorstandsarbeit 2007 voller Stolz mitteilen:

„Allein im Jugendbereich konnten wir 52 kleine Pokale an unsere Spieler in Anerkennung für ihre Leistungen überreichen. Der Sport im Verein steht in voller Blüte und lebt von den vielen engagierten Mitgliedern und Betreuern. Und mit vereinten Kräften sollte es uns gelingen, uns stets ein wenig zu verbessern.“

Mit diesen nicht geringen Ansprüchen legte er das Heft des Handelns auf der Jahreshauptversammlung 2008 in die Hände seines Nachfolgers Thomas Warnke, der nun begann, den „SV Bruchhausen-Vilsen v. 1920“ zu einem „SV BV 2.0“ zu gestalten. Es galt, die weiteren „Umstrukturierungen“ auf die Anforderungen des 21. Jahrhunderts einzuleiten, dabei allerdings auch wesentliche Grundsätze aus der Tradition des Sportvereins beizubehalten. Kein leichtes Unterfangen, aber ihm gelang dieser Spagat in eindrucksvoller Weise. Er schaffte es, die Generationen im „digitalen Zeitalter“ eng miteinander zu verbinden. Daneben sollten es bei den sportlichen Leistungen nicht unbedingt einen Einbruch geben. Thomas Warnke schwebte dafür auch eine enge Kooperation mit dem Gymnasium Bruchhausen-Vilsen vor. Begeistert fand er hier Unterstützung bei dem damaligen Schulleiter Reinhard Heinrichs, der treffend bemerkte:

„Wenn es uns gelingt, Kinder und Jugendliche von der Straße in den Verein zu bekommen, ist unsere Aufgabe gelungen“.

Mit der Einrichtung der Homepage schaffte es der Sportverein, eben auch viele dieser Jugendlichen anzusprechen. Gleichzeitig wurden damit auch weitere Forderungen an einen Verein der Moderne eingelöst: Transparenz, Information, Öffentlichkeit. Der neu eingerichtete Fanshop brachte zudem die Möglichkeit der Identifikation mit dem Verein mit sich.

Der Schritt zum „SV BV 2.0“ war getan.

Recherche und Text: Horst Delekat