SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 27.11.2020


Seinem Verein zuliebe

Dreieinhalb Jahre hat Horst Delekat an der Vereinschronik des SV Bruchhausen-Vilsen gewerkelt

Bruchhausen-Vilsen. Das große Jubiläum ist in greifbarer Nähe. Am Dienstag, 1. Dezember, wird der SV Bruchhausen-Vilsen sage und schreibe 100 Jahre alt. Eine große Sause wird es aufgrund der momentanen Corona-Situation logischerweise nicht geben. Trotzdem gibt es Grund zur Freude für die Anhänger des Vereins: Denn die Vereinschronik des SV Bruchhausen-Vilsen über das bald 100-jährige Bestehen befindet sich in wenigen Tagen im Umlauf und kann bei Schreibwaren Böhnert in Bruchhausen-Vilsen käuflich erworben werden. 

Und wie kann es auch nicht anders sein, als dass sich ein gebürtiger Brokser um die gesamte Vereinschronik gekümmert hat. Horst Delekat, geboren in Bruchhausen-Vilsen und mit acht Jahren in den Verein eingetreten, hat knapp dreieinhalb (!) Jahre an dem Werk gearbeitet. Seinem SV Bruchhausen-Vilsen zuliebe. Natürlich kennt Delekat den Ort und auch den Verein wie seine Westentasche, auch wenn er mittlerweile als Oberstudienrat für Politik und Wirtschaft an einer Schule in Stade in der Nähe von Hamburg arbeitet. Bis zu einem Alter von 29 Jahren hat Delekat für den SV Bruchhausen-Vilsen die Fußballschuhe geschnürt, unter anderem mit der ersten Herren den Aufstieg in die Bezirksklasse miterlebt. „Das waren schon tolle Zeiten“, erinnert er sich gerne zurück. „Wir hatten eine richtig gute Truppe zusammen.“ 

Auch wenn er selber nicht mehr kickte, war er im Verein aktiv und kümmerte sich von 1983 bis 1993 komplett alleine um die Vereinszeitung des SV Bruchhausen-Vilsen, die einmal jährlich erschienen und auch jetzt noch präsent ist. Seit 1993 kümmert er sich zudem um die Vereinsgeschichte, die Rubriken Gegenwart und Zukunft hat Georg Hasemann übernommen.

So war es dann auch keine Überraschung, dass Thomas Warnke, seines Zeichens Vorsitzender des SVBV, auf Delekat zukam und ihn bat, die Vereinschronik für das 100-jährige Bestehen zu übernehmen. „Ich musste nicht lange überlegen. Es war eine interessante Aufgabe für mich. Und dem Verein hatte ich einfach eine Menge zu verdanken, denn der Vereinssport ist für mich immer sehr wichtig gewesen. Beim SV Bruchhausen-Vilsen habe ich wesentliche Erfahrungen für mein Leben gemacht“, betont der mittlerweile 65-Jährige, der seit 1983 in Stade lebt.

Ein etwas anderes Konzept

Doch wie genau ist Delekat an die Vereinschronik herangegangen? „Ich habe zunächst einmal ein Konzept entwickelt und das dem Vorstand in einem Treffen vorgelegt. Ich wollte es etwas anders machen, als die üblichen Vereinschroniken mit den ganzen Erfolgen. Meine Idee war, die Chronik auch gesellschaftlich-politisch aufzuziehen.“ Damit war der Verein einverstanden und Delekat machte sich ans Werk. „Ich hatte so viel Material zur Verfügung, weshalb sich die Recherche immer wieder erweitert hat“, beschreibt Delekat. „Unter anderem konnte ich auf die Zeitungsarchive, die Protokolle der Jahreshauptversammlungen, die Jahresberichte der Vereinsvorsitzenden und meine eigenen Unterlagen der Vereinsgeschichte zurückgreifen. Und daraus sind dann eben 24 Kapitel entstanden.“

Dafür habe er sich systematisch vorgearbeitet und einzelne Blöcke vorgenommen, erzählt Delekat. „Eine Woche waren die Zeitungsarchive dran, eine Woche die Vereinshefte. Und das ging dann immer so weiter. Dann hat sich alles wie ein großes Puzzleteil mit der Zeit zusammengefügt.“

Und nun, nach rund dreieinhalb Jahren, sei er froh und stolz darauf, die Vereinschronik zum 100-Jährigen fertiggestellt zu haben: „Und ich bin gespannt, wie sie bei den Leuten im Ort ankommen wird.“ Durch diese Arbeit hat Delekat wieder etwas dazugelernt: „Es ist mir nochmals deutlich geworden, was für einen Stellenwert der Verein für den gesamten Ort hat. Der SV Bruchhausen-Vilsen ist ein zentraler Fixpunkt gewesen und will das in Zukunft auch weiterhin sein. Das Ganze hat mir auch gezeigt, wie viel mir der Verein eigentlich bedeutet. Und dafür bin ich einfach nur dankbar.“

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 27.11.2020