SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 21.11.2020


Die 90er Jahre

Auf Wolke Sieben

Überglücklich waren am Anfang dieses Jahrzehnts nicht nur die Vorstandsmitglieder des Sportvereins. Der jahrzehntelange Kampf um eine Optimierung der Sportanlagen hatte endlich Erfolg gezeigt: Mit dem 70jährigen Vereinsjubiläum im Sommer 1990 fand die Einweihung der Stadionsportanlage oberhalb des alten Platzes statt, der damit endlich entlastet und vernünftig gepflegt werden konnte. 1994 wurde eine Tribüne errichtet, daneben wurden immer deutlichere Verbesserungen am Vereinsheim vorgenommen. Beste Voraussetzungen für „sportliche Höchstleistungen“ also. Und die Aktiven setzten die Wünsche und Hoffnungen des Vorstandes in diesem Jahrzehnt sofort in die Tat um. Allein 20 Staffel- und Kreismeisterschaften gingen in den 90er Jahren an den SV, dazu noch ein Kreispokalsieg und eine Vize-Staffelmeisterschaft der jüngsten Sparte des SV, der Korbballdamen.

Die Meistertitel wurden fast ausschließlich im Junioren- und Alt-Seniorenbereich eingefahren. Der SV Bruchhausen-Vilsen war attraktiv für alle Altersgruppen geworden: Der Jugendbereich boomte genauso wie der Seniorenbereich. Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen blieben Seniorenspieler nach dem Ende ihrer Karriere in der 1., 2. oder 3. Herren weiter im Verein und betätigten sich aktiv in den Altherren-Mannschaften. 1990 verlieh der DFB dem SV die Auszeichnung „für eine bemerkenswerte Jugendarbeit“ der Sepp-Herberger-Stiftung. Ein ganz wichtiger und wesentlicher Schritt zur Unterstützung der jüngsten Sportlerinnen und Sportler im Verein war 1995 die Gründung des Jugendfördervereins. Der Gründungsvorstand um Hermann Grieme und Johann Mewes setzte klare Zeichen dafür, dass in der Arbeit dieses Vereins die Zukunft  zu suchen sei. Ihre Nachfolger Heinrich Büntemeyer und Jan Kornau bauten das Engagement bis in die Gegenwart weiter aus.

Ein absoluter Höhepunkt in den 90er Jahren war zweifellos das 75jährige Vereinsjubiläum im Sommer 1995. Der Manager des SV Werder Bremen, Willi Lemke, hielt die Festansprache, einen Tag zuvor hatte die Bundesligamannschaft gegen die 1. Herren des SV Bruchhausen-Vilsen einen begeisternden Eindruck hinterlassen. In der Jubiläumswoche, in der der SV noch gegen den FC St. Pauli antrat, fanden sich auf der Sportanlage 4000 Zuschauer ein, die so einen überaus positiven Eindruck von den Aktivitäten des Gesamtvereins gewinnen konnten. In einer Grußbotschaft der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen zu diesem Jubiläum hieß es dementsprechend folögerichtig:

„Das ist ein Jubiläum, das es verdient, gefeiert und in entsprechendem Maße gewürdigt zu werden... Seit dem Gründungstag am 1.12.1920 hat es der SV Bruchhausen-Vilsen von 1920 e.V. stets verstanden, sich den Gepflogenheiten und Bedingungen der Zeit anzupassen, ohne jedoch die traditionellen Werte zu vernachlässigen. Nur so ist es zu erklären, dass der heute 450 Mitglieder starke Verein bereits nach kurzer Zeit zu einer festen Größe in der örtlichen Gemeinschaft des Fleckens Bruchhausen-Vilsen wurde ...“.

Für die Jugend sowohl der Gemeinde als auch natürlich des Sportvereins wurde ein Jahr später dieser Eindruck noch vertieft, als der VILSA-Cup die zweite Hälfte der 90er Jahre für die E- und D-Jugend-Mannschaften prägte. Mit der Unterstützung des Vereinssponsors trat in diesen Jahren der hochkarätige Nachwuchs von Mannschaften wie Bayern München, HSV, VfB Stuttgart, Hannover 96, Werder Bremen und weiteren namhaften Mannschaften der 1. und 2. Bundesliga in Bruchhausen-Vilsen an, ein Erlebnis, das kaum jemand vergessen haben dürfte.

Passend und quasi krönender Abschluss dieses Jahrzehnts war dann der Aufstieg der 1. Herren in die Bezirksliga. Die Planungen und Hoffnungen der Verantwortlichen im SV waren in Erfüllung gegangen. Der Verein war hervorragend aufgestellt, von der Jugend bis in den Altherrenbereich, von den Ehrenamtlichen bis zu den passiven Mitgliedern. Es war wie in den frühen Jahrzehnten: Der SV organisierte etwas – und alle kamen!

Recherche und Text: Horst Delekat