SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 14.11.2020


Die 80er Jahre

Harte Arbeit trägt Früchte

Demokratie und Transparenz: die Ideale, die ab den 70er Jahren die Vereinsführungspolitik dominierten, waren das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit nach dem Krieg. Der demokratische Weckruf war gehört worden, der Sportverein Bruchhausen-Vilsen hatte sich eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Struktur gegeben. Allen Vereinsmitgliedern ab 16 Jahren waren nunmehr die Möglichkeiten zur Mitbestimmung eingeräumt. Der personelle Umbruch auf nahezu allen Ebenen des Vereins war eingeleitet worden. Die für die einzelnen Mannschaften des Vereins tätigen Trainer und Betreuer wurden nunmehr bewusst ausgesucht oder verpflichtet: es wurde einfach Wert darauf gelegt, in jeglicher Hinsicht den Staub der Vergangenheit abzuschütteln. Die Vereinsführung unter dem Präsidenten Dieter Borcherding suchte permanent nach Möglichkeiten, alle Bereiche innerhalb des Vereins zu optimieren. Der sportliche Erfolg ließ dementsprechend auch nicht lange auf sich warten. Die 80er Jahre waren gekennzeichnet durch eine Fülle von Kreis- und Staffelmeisterschaften, Kreispokalsiegen und Aufstiegen sowohl im Herren- als auch im Jugendbereich. 1981 schaffte es die 1. Herren des Vereins endlich wieder, auf Bezirksebene dabei zu sein, was zu einem sofortigen Anreiz innerhalb des Jugendbereichs sorgte. 1983 wird die B-Jugend Kreismeister, die D-Jugend Staffelsieger. 1985 steigt die A-Jugend in die Bezirksliga auf, die 3. Herren wird Staffelsieger, 1986 Kreismeister C-Jugend, 1987 Staffelmeister F-Jugend, die 2. Herren wird Kreispokalsieger und 1989 Kreismeister A-Jugend, ebenfalls A/B-Jugend und Staffelmeisterschaft bei der F-Jugend.

Als ein weiteres wesentliches Mittel dafür, nahezu jedes Mitglied noch stärker an den Verein anzubinden, konnte die Gründung der „SV - Vereinszeitung“ gelten. Die 1. Ausgabe wurde von Dieter Borcherding eingeleitet mit den Worten: „1983 ist zwar kein Jubiläumsjahr, jedoch ist es uns nach längerer Zeit wieder ein Bedürfnis, unseren Verein mit dieser Broschüre einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Aber auch für unsere eigenen Mitglieder ist dieses Vereinsheft als Informations- und Nachschlagewerk gedacht.“

Seit 1983 und damit seit fast 40 Jahren  erscheint die „SV – Vereinszeitung“, einmal im Jahr pünktlich zum Brokser Markt. Alle Mannschaften des Vereines finden in ihr Berücksichtigung. Pläne und Perspektiven des Vereins werden dargestellt, auch wird in fester Folge ein Blick in die Vergangenheit geworfen. Daneben wird der durch die Werbepartner erzielte Reinerlös direkt und in voller Höhe vor allem in die Jugendarbeit des Vereins gesteckt. Bis in die Gegenwart ist die Vereinszeitung ein Riesenerfolg, getragen von ehrenamtlichen Kräften.

Diese insgesamt so positive Entwicklung des Gesamtvereins hatte paradoxerweise aber auch negative Auswirkungen zur Folge. Die von allen so sehr gelobte und wunderschön gelegene Sportanlage, die sog. Marktplatzarena, konnte den Andrang an Mannschaften seit längerer Zeit schon nicht mehr verkraften. Gegen Ende des Jahrzehntes wollten fast 20 Mannschaften in jeder Woche dort sowohl trainieren als auch Punktspiele durchführen. Der einzige Platz stand schlicht unter Dauerbeanspruchung. Gästemannschaften beschwerten sich sowohl vor als auch nach den Punktspielen permanent über die unglaublich schlechte Qualität des Platzes. In den Strafräumen war so gut wie kein Grashalm mehr zu erkennen, bei Trockenheit standen die Spieler im Sandstaub. Pausenlos startete der Vorstand schon seit Jahren Bemühungen, hier eine Verbesserung zu erreichen. Mit der Gemeinde wurde geredet, mit dem Vereinswirt. Alles wurde getan, um endlich ein zweites Spielfeld zu bekommen und dem alten Platz die so dringend benötigte Ruhe zu verschaffen. Und endlich, nach Jahren harter Verhandlungen, konnte Dieter Borcherding 1989 folgendes verkünden:

„Unser größter Erfolg des Jahres wurde jedoch nicht auf dem Sportplatz erzielt, sondern am Verhandlungstisch: Der langersehnte zweite Sportplatz kann nun endlich gebaut werden, da unser Vereinswirt eine zusätzliche Fläche auf Pachtbasis zur Verfügung gestellt hat. Unser besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Samtgemeinderat und der Verwaltung, ohne deren Engagement das Vorhaben gescheitert wäre.“

Recherche und Text: Horst Delekat