SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 05.09.2020


Ein zweites Aushängeschild

Der SV Bruchhausen-Vilsen II hat sich mit zwei Aufstiegen in drei Jahren in die Kreisliga hochgearbeitet

Bruchhausen-Vilsen. Vor wenigen Jahren spielten sie noch in der 2. Kreisklasse, jetzt rücken die Fußballer des SV Bruchhausen-Vilsen endgültig in den Fokus: In der neuen Saison, in die sie mit dem Heimspiel gegen den TSV Barrien (Sonntag, 15 Uhr) starten, sind sie Kreisligist. Für die Mannschaft von Ben Weber und Fabian Schlechter tun sich ungekannte Perspektiven auf.

Da ist zum einen die neue Liga. "Es wird total spannend für uns", blickt Weber voraus. Was die neuen Gegner drauf haben, konnte er mit seinem Team unter anderem beim Testspiel der ersten Brokser Mannschaft gegen den TSV Weyhe-Lahausen (2:2) beobachten. "Das ist nochmal ein anderes Niveau. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen", weiß Weber, dem aber auch klar ist, dass der TSV zu den besseren Teams der Liga gehört. An der grundsätzlichen Aussage des Trainers ändert das freilich nichts: "Ich glaube schon, dass wir mit vielen Teams auf Augenhöhe spielen können." Die Vorfreude auf das neue Kapitel ist groß. Dennoch kann Weber nicht verbergen: "Wir sind natürlich alle angespannt und aufgeregt."

Das ist verständlich, wie ein Blick auf die Geschichte der Mannschaft deutlich macht: Vor acht Jahren waren die Brokser noch eine graue Maus in der 2. Kreisklasse, tabellarisch ein ganzes Stück weit davon entfernt, Ambitionen auf die 1. Kreisklasse oder gar noch höher überhaupt entwickeln zu können. Im Jahr 2016 zählten sie als Vierter erstmals zur Spitzengruppe, in der folgenden Saison gelang dann der Aufstieg. Die Hoffnungen, die Weber und Schlechter ins Team setzten, erfüllten sich also prompt. Und der Höhenflug hielt an. Rang drei reichte für die Kreisliga. "Wir haben immer gesagt, dass wir so hoch spielen wollen, wie es geht", unterstreicht Weber. Weil die Erste die Rückkehr in die Bezirksliga geschafft hat, durften die Vilser nun zum 100-jährigen Vereinsbestehen den historischen Doppelaufstieg bejubeln, wenn auch wegen Corona nicht feiern.

Zu Festspielen werden die Kreisliga-Partien für Webers Team definitiv werden. Dieser Herausforderung stellen sich die Brokser durchaus selbstbewusst. Der Kader ist nahezu unverändert geblieben. Steffen Lange hat sich Richtung TSV Süstedt verabschiedet, Sören Gerdes zieht es beruflich nach Hamburg. Daniel Albers (erste Herren) und Lorenz Heyne (dritte Herren) wechseln innerhalb des Vereins, richtig weg sind sie also nicht. Jonas Wunder, der aus Süstedt zurückkehrt, ist ein guter Bekannter beim SVBV, Silas Yacoubou kommt vom SC Victoria Sachsenhagen. Außerdem neu im Kader sind die Talente Felix Lübkemann aus der eigenen sowie Kamil Harbi Sulaiman aus der Schwarmer Jugend.

Mit dieser Mannschaft müsse man sich nicht verstecken, findet Weber, zumal "wir nur Spieler haben, die Bock auf Vilsen haben", sieht er einen besonderen Zusammenhalt. Für viele Spieler werde es zwar die erste Kreisliga-Erfahrung, "aber fußballerisch sehe ich es so, dass wir in diese Klasse gehören". Mit Kai Schiffbach und René Vogel verfügt die Truppe auch über die nötige Erfahrung. Weber baut darauf, dass seine Elf keine Anpassungsschwierigkeiten haben wird. Wie das beim Spiel mit Linienrichtern, die es in der 1. Kreisklasse nicht gab, aussieht, vermag er noch nicht einzuschätzen. "Wir werden uns daran gewöhnen", ist er aber überzeugt.

Am wichtigsten sei ohnehin, sich treu zu bleiben, findet der Coach. Mit dieser Devise haben er und Schlechter ihre Mannschaft zu einem zweiten Aushängeschild des SVBV gemacht. Dass sie diesen Status verdienen, wollen die Brokser von nun an in der Kreisliga beweisen.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 05.09.2020