SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 23.09.2019


Kues versetzt Vilsen in Ekstase

Das 60-Meter-Traumtor des Verteidigers beschert dem SVBV ein 2:0 über Seckenhausen-Fahrenhorst

Bruchhausen-Vilsen. Der SV Bruchhausen-Vilsen hat im Aufstiegskampf der Fußball-Kreisliga ein Ausrufezeichen gesetzt und im Spitzenspiel der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst die erste Niederlage der Saison beigebracht. Ein frühes und ein spätes Tor verhalfen der Mannschaft von Patrick Tolle zum 2:0 (1:0)-Sieg über die Elf von André Schmitz. Bis auf zwei Punkte rückten die Vilser an die Gäste heran.

Nach dem Schlusspfiff war alles, was Lila trug, aus dem Häuschen. Den Sieg über die Seckenhauser genossen die Gastgeber in vollen Zügen. Außer Rand und Band waren die Vilser bereits einige Minuten vor dem Ende gewesen, als Alexander Kues mit seinem Tor die Begegnung entschied – und das mit einem Treffer, den Co-Trainer Jörn Meyer zum Kandidaten für das Tor des Monats erkor, "wenn nicht sogar Tor des Jahres", wie er im Überschwang der Glücksgefühle anfügte. Aber wer konnte es ihm schon verübeln, denn Kues gelang ein wahrlich toller Treffer: Hatte er gerade noch den Ball in der eigenen Hälfte erobert, sah er, dass TSG-Keeper Maurice Lutterklas weit vor seinem Gehäuse stand. Also versuchte er keck sein Glück aus gut und gerne 60 Metern. Der Verteidiger traf den Ball perfekt, der über Lutterklas hinweg den Weg ins Netz fand. Kues konnte seinen Jubelsprint gar nicht richtig vollenden, da begruben ihn seine Mitspieler bereits unter sich (88.). "Eigentlich ist Alex ja eher unser Grobmotoriker", gab Coach Tolle lachend zu, dass er den aus der zweiten Herrenmannschaft hochgezogenen Verteidiger wohl nicht für ein Tor dieser Art auf dem Zettel gehabt hatte. Als kompromissloser und zweikampfstarker Abräumer aber war er unersetzlich. Das wusste auch sein Trainer: "Alex bringt eine Komponente rein, die wir sonst nicht so haben."

Der Matchplan geht auf

Tolle und Meyer lobten vor allem das Defensivverhalten ihres Teams. "Wir haben kaum etwas zugelassen. Das war richtig gut", freute sich Tolle. Die jungen Vilser standen ihren Mann, gingen sehr erwachsen zu Werke. "Wir wollten Seckenhausen kommen lassen und dann Nadelstiche setzen", erklärte Meyer den Matchplan, der schnell aufging. Bereits in der zweiten Minute traf Mathis Wohlers zur Führung – und damit genau der Spieler, den die Gäste unbedingt aus der Partie nehmen wollten. Sie wussten sehr wohl, wie gefährlich der schnelle Linksaußen ist, allerdings fehlte ihnen in dieser Aktion das Tempo, um den Torschützen zu bremsen, der auf der Außenbahn durchstartete und sich dann auch gegen Lutterklas behauptete und einschob. "Die Führung hat Vilsen natürlich in die Karten gespielt", wusste TSG-Coach Schmitz, dass sich sein Team das Leben selbst schwer gemacht hatte mit diesem frühen Rückstand.

Die Niederlage machte er aber am Gesamtauftritt seiner Elf fest. "Wir haben es nicht geschafft, unser Potenzial auf den Platz zu bringen. Wir hatten kaum Chancen, waren in gewissen Momenten nicht voll da und nicht clever genug", hielt er fest. Schon während des Spiels waren er und Co-Trainer Olaf Mattner hör- und sichtbar unzufrieden, beide kassierten vom Schiedsrichter Christoph Meets jeweils die Gelbe Karte. Das passte zum gebrauchten Tag der Gäste, die nie so richtig ins Spiel fanden und Rhythmus aufnehmen konnten. Sie versuchten einiges, waren aber insgesamt zu fehlerhaft. "Uns war bewusst, dass es uns irgendwann trifft", kommentierte Schmitz die erste Saisonniederlage. "Dass es uns aber heute trifft, war uns nicht bewusst." Unter dem Strich sei Vilsens Sieg aber verdient. "Das muss man dann auch anerkennen."

In der Tat waren die Gastgeber besser, hatten besonders vor der Pause die größeren Gelegenheiten, so etwa zweimal durch Chedli Belkhir (12., 33.) oder Mathis Wohlers (44.). Seckenhausen tat sich enorm schwer, wurde nach dem Seitenwechsel durch Philip Kleingärtners Freistöße noch am gefährlichsten (50., 82.). Das war aber zu wenig, um im Topspiel zu bestehen. Das endete übrigens mit nur zehn Mann auf beiden Seiten: Sowohl Chedli Belkhir (61.) als auch Iman Bi-Ria (63.) sahen Gelb-Rot wegen einer Schwalbe. Das verblasste am Ende jedoch durch Kues′ Traumtor, das die Vilser in Ekstase versetzte. Die Seckenhauser reagierten derweil mit Trotz. "Wir sind immer noch Erster. Und Stärke zeigen heißt, nach so einem Rückschlag wieder aufzustehen – und das tun wir", versprach Schmitz.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 23.09.2019

Das Traumtor zum Anschauen