SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 01.04.2019


5:5! Tag der offenen Tore in Bruchhausen-Vilsen

Was für ein verrücktes Spiel: Zehn Tore fallen zwischen dem SV Bruchhausen-Vilsen und dem TuS Sudweyhe - fünf auf jeder Seite. Das Remis bewerten die Trainer völlig unterschiedlich.

Bruchhausen-Vilsen. Es mag für den Klassenerhalt nicht reichen, aber immerhin hat der SV Bruchhausen-Vilsen in der Fußball-Bezirksliga Hannover gemeinsam mit dem TuS Sudweyhe ein Spiel für jeden Saisonrückblick abgeliefert: Mit 5:5 (2:2) trennten sich zwei Mannschaften in einer Partie, in der es beide mit der Defensivarbeit nicht ganz so ernst nahmen.

Das Ergebnis bewerteten die beiden Trainer komplett unterschiedlich, einig waren sie sich allerdings darin, dass fünf Gegentore zu viel sind. Vilsens Coach Patrick Tolle war mit dem einen Zähler, seinem ersten seit der Amtsübernahme im Winter, aber durchaus zufrieden: „Wir haben ein komplett anderes Gesicht gezeigt als in der Vorwoche. Die Jungs haben gekämpft und haben sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben. Dass sie nach dem 2:4 und dem 4:5 noch zurückgekommen sind, muss man ihnen hoch anrechnen. Das nehmen wir mit in die nächsten Aufgaben.“ TuS-Trainer Christian Mach war dagegen weniger positiv gestimmt. Er sei richtig, richtig sauer. „Wie wir verteidigt haben, war teilweise lächerlich“, ärgerte er sich. „Ich bin schwer enttäuscht heute.“ Aber was sollte der Sudweyher Trainer auch anderes sagen? Schließlich hatten er und seine Mannschaft sich wesentlich mehr erhofft.

Doch davon war zu selten etwas zu sehen. „Wenn wir die Zweikämpfe richtig angenommen haben, dann war alles in Ordnung. Dann hatten wir das Spiel unter Kontrolle. Aber wir haben viel zu selten überhaupt Zweikämpfe geführt“, monierte Mach. Schon bei der Vilser Führung durch Nico Schröder vermisste er die Gegenwehr seines Teams, und auch beim 2:1 von Justus Wicke bekleckerte sich der TuS nicht gerade mit Ruhm. Immerhin lief es im Spiel nach vorne halbwegs. Yannik Meier und Nico Riekers sorgten für ausgeglichene Verhältnisse zur Pause.

Vier Tore im ersten Durchgang waren keine schlechte Ausbeute. Doch die Fans sollten sogar noch zwei Treffer mehr nach dem Seitenwechsel erleben. Durch Tobias Hall kamen die Gäste ganz gut rein und schienen dann die Weichen auf Sieg zu stellen: Maik Behrens (55.) und Pascal Feldmann (66.) schossen eine 4:2-Führung heraus. „Und wir hatten noch Chance um Chance um Chance“, ärgerte sich Mach im Nachhinein über zu viele ausgelassene Gelegenheiten. Sein Team schien alles im Griff zu haben. Doch es rechnete wohl nicht mit der Vilser Gegenwehr. Innerhalb kürzester Zeit glichen Moritz Warnke (70.) und Justus Wicke (71.), der sehenswert mit der Hacke traf, aus. Fast genauso schnell jedoch folgte die Antwort der Sudweyher: Yannik Meier, in der Vergangenheit wahrlich nicht als Torschütze vom Dienst aufgetreten, tunnelte Torhüter Bennet Knake zum 4:5 (73.).

Doch es passte in den verrückten Fußballnachmittag in der Marktplatz-Arena, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen war. Denn Sicherheit war für beide Defensivreihen ein Fremdwort. Die Sudweyher verursachten einen Foulelfmeter („Total dämlich“, Mach), den Moritz Warnke zum Endstand verwandelte (78.). Dass die letzten mehr als zehn Minuten dann tatsächlich torlos blieben, war fast schon eine faustdicke Überraschung . . .

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 01.04.2019