SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 25.03.2019


Das war es wohl für den SV Bruchhausen-Vilsen

Fast ohne Gegenwehr verliert der Bezirksligist gegen Kirchdorf und kann den Klassenerhalt abschreiben

Manchmal spricht ein Ergebnis für sich – und so musste Patrick Tolle, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Bruchhausen-Vilsen, auch nicht viele Worte finden, um die 1:5 (0:3)-Packung gegen den TuS Kirchdorf einzuordnen. "Dafür kann man sich eigentlich nur entschuldigen", sagte der Coach. Im Spiel, das im Kampf um den Klassenerhalt quasi der letzten Chance der Lilahemden gleich kam, enttäuschten die Gastgeber auf ganzer Linie. Deshalb gab esfür Tolle auch nur eine Schlussfolgerung: "Von der Bezirksliga brauchen wir momentan nicht zu reden." Schließlich hatte der SVBV kurz zuvor nicht etwa gegen ein Topteam wie Eilvese oder Sulingen II völlig chancenlos verloren, sondern gegen Kirchdorf, ein Team, das ebenfalls gegen den Abstieg spielt.

Die sportliche Zukunft der Vilser wird – das zeichnet sich nach den Niederlagen in den beiden Kellerduellen deutlich ab – in der Kreisliga liegen. Woran es fehlt, das wurde gegen Kirchdorf allzu deutlich. Die Gäste hatten den Gastgebern in Sachen Entschlossenheit, Robustheit und Präsenz enorm viel voraus. Sie lieferten mit ihren relativ bescheidenen Mitteln ein Beispiel dafür ab, wie es im Abstiegskampf zugeht. Vilsen dagegen wirkte nicht gewappnet für ein Aufeinandertreffen mit einer sportlich so großen Bedeutung und fast schon leblos. Tolle vermisste vor allem eines: eine Kampfsau, wie er es ausdrückte. Also einer, der vorangeht, der die Richtung vorgibt, der den Laden auch in schwierigen Situationen zusammenhält. Auffällig war vor allem das Schweigen auf Vilser Seite. Auf dem Platz herrschte nahezu komplette Stille, kein Spieler konnte oder wollte die Verantwortung übernehmen. Das schlug sich letztlich allzu deutlich im Ergebnis nieder.

Das Vilser Unheil bahnte sich schon in der Anfangsphase an. Bereits vor dem ersten Gegentreffer durch Yannik Thiermann nach gerade einmal fünf Minuten hatten sich die Lilahemden einen bösen Ballverlust erlaubt. Für den zweiten wurden sie dann bestraft. Eine Antwort auf den Rückstand hatten die Gastgeber nicht. Ein abgefälschter Schuss von Mathis Wohlers, den Torhüter Dennis Fehner sicher parierte, war das einzige offensive Lebenszeichen der Hausherren in der gesamten ersten Hälfte (15.). Viel zu wenig für so ein wichtiges Spiel. Doch dem SVBV fehlten Plan und Durchschlagskraft, um sich überhaupt in gute Abschlusssituationen zu kombinieren. In den entscheidenden Momenten war Kirchdorf wacher und erspielte sich scheinbar mühelos eine 3:0-Führung zur Pause. Christoph Albers zeigte beim 0:2, wie entschlossen man einen Angriff abschließen kann (31.), und legte per direktem Freistoß kurz vor dem Seitenwechsel nach (44.). Die Partie war frühzeitig entschieden.

Auch Tolles Doppelwechsel zu Beginn der zweiten Hälfte brachte keine Wende. Mit Nico Schröder im Sturm gewannen die Gastgeber etwas mehr Körperlichkeit und Präsenz, doch das reichte nicht, um Kirchdorf zu gefährden. Zwar traf Schröder nach Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Justus Wicke (57.), doch kurz zuvor hatte Söhnke Thies den TuS zum vierten Mal jubeln lassen. Ive van Daalen schloss kurze Zeit später einen Konter zum Endstand ab. Wie wenig Gegenwehr er dabei hatte, dürfte ihn selbst gewundert haben. Vilsen hatte sich offenbar bereits ergeben – und so, wie es aussieht, wohl nicht nur den Kirchdorfern, sondern auch dem Abstieg.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 25.03.2019