SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 18.01.2019


Noch ist die Lage nicht hoffnungslos

Der SV Bruchhausen-Vilsen muss nach seiner Rückkehr auf Bezirksebene viele Nackenschläge verkraften

Bruchhausen-Vilsen. Die Aufstiegseuphorie des SV Bruchhausen-Vilsen hielt nicht lange an: Die Lilahemden, die acht Jahre auf ihre Rückkehr hingearbeitet hatten, mussten schnell erkennen, dass in der Bezirksliga ein anderer Wind weht als in der Kreisliga. Dementsprechend ernüchternd fiel das Fazit von Frank Fischer aus, als er am Ende des Jahres den Trainerposten beim SVBV an Patrick Tolle abgab. "Zehn Punkte sind natürlich viel zu wenig", redete er nicht um den heißen Brei herum. Fischer übergab einen Abstiegskandidaten.

"So habe ich mir das natürlich nicht vorgestellt", sagte der erfahrene Coach, der beim Klassengefährten FC Sulingen inzwischen eine neue Aufgabe gefunden hat. Immerhin hinterließ er keine hoffnungslose Mannschaft. Denn mit den vier Punkten aus den beiden abschließenden Begegnungen beim SC Twistringen (2:2) und gegen den TuS Lemförde (4:2) machte der SVBV noch einmal Boden gut. "Das war wirklich extrem wichtig", wusste Fischer um die Bedeutung dieser vier Zähler. Unter dem Strich aber habe er mit der Mannschaft einige Punkte zu wenig gesammelt. Dass den Vilsern in 19 Begegnungen insgesamt nur zwei Siege gelingen würden, hatte vor der Saison wohl niemand erwartet. Nur noch die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst konnten die Lilahemden mit 3:1 bezwingen. Unter dem Strich war das zu wenig. "Wir hatten ein paar Spiele, in denen mehr möglich war", stellte Fischer mit Blick etwa auf die 0:1-Niederlagen gegen den TSV Bassum und den SV Heiligenfelde oder auch das 1:2 gegen R-W Estorf-Leeseringen. "Wir hätten den Abstand auf den Relegationsplatz gern auf nur einen oder zwei Punkte verkürzt", bedauerte Fischer. Nun sind es fünf Zähler.

Doch vor allem auswärts schwächelte der Aufsteiger. Er blieb in zehn Partien sieglos. Dabei war der Auftakt mit dem 2:2 in Heiligenfelde durchaus vielversprechend verlaufen. Doch es folgten vier Niederlagen, mit denen die Vilser hart in der neuen Spielklasse landeten. Besonders das 2:5 in Lemförde schmerzte. Auch in Kirchdorf verloren die Lilahemden und mussten beim 0:2 wichtige Punkte an einen direkten Konkurrenten abgeben. Ein echter Wirkungstreffer war zudem das späte Gegentor beim TuS Sudweyhe, als die Fischer-Elf in der Schlussphase einen Sieg verspielte und sich letztlich mit einem 2:2 begnügen musste. "Das tat massiv weh. Das waren nicht nur zwei Punkte, die wir verloren haben, sondern viel mehr", erklärte der Coach, warum das Team danach in ein Loch fiel. Gegen Drakenburg erkämpfte es sich ein 0:0, doch acht Niederlagen in Serie zehrten an den Nerven und an der Stimmung. Selbst Fischers frühe Ansage, den Klub im Winter zu verlassen, setzte zunächst keine neuen Kräfte frei. Vilsen wirkte fast schon gelähmt. Dass die Trainingsbeteiligung vor allem wegen zahlreicher Studenten gering war, erschwerte die Wende zusätzlich. "Wenn sechs bis acht Spieler trainieren, reicht das in Summe für die Bezirksliga nicht mehr – bei allem Talent, das die Jungs haben", sagte Fischer. Erst im Schlussspurt, als die Jugendspieler in den Fokus rückten und mit ihrer Unbekümmertheit dem Team gut taten, nahmen die Lilahemden noch einmal Schwung auf und hielten die Hoffnungen auf den Ligaverbleib am Leben, vor allem weil die Kellerkonkurrenz massiv schwächelte. Kirchdorf, Lemförde und Seckenhausen entwickelten wie Vilsen keine Konstanz.

Auch deshalb sah Fischer nicht schwarz für die Restrunde. "Mit Patrick Tolle hat der Verein einen tollen Trainer gefunden, dazu kommen die vielen jungen Spieler. Die Relegation ist möglich. Vilsen wird Vollgas geben." Davon kann sich der Übungsleiter selbst überzeugen, wenn er am 5. Mai mit dem FC Sulingen an seine ehemalige Wirkungsstätte zurückkehrt.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 17.01.2019