SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 04.10.2018


Ein herber R├╝ckschlag

Der SV Bruchhausen-Vilsen spielt in Estorf schwach und ist wieder Letzter

Estorf/Bruchhausen-Vilsen. Diese Niederlage schmerzt den SV Bruchhausen-Vilsen im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bezirksliga: Der Aufsteiger erwachte im wichtigen Auswärtsspiel bei R-W Estorf-Leeseringen zu spät und musste sich deshalb nicht unverdient mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Weil der TuS Lemförde sein Spiel gewann, haben die Vilser um Trainer Frank Fischer nun wieder die Rote Laterne inne.

Einen Grund für die Niederlage hatte Fischer schnell ausgemacht: „Wir haben die erste Hälfte verschenkt. Wir haben sie total verschlafen“, ärgerte er sich nach der Partie über den zunächst blutleeren Auftritt seiner Mannschaft, die nicht richtig in die Zweikämpfe kam und mit wenigen Ausnahmen zu wenig Präsenz zeigte. Doch genau darauf wäre es angekommen auf dem engen Estorfer Platz. Die Gastgeber, die von rund 250 Zuschauern unterstützt wurden, mussten nicht glänzen, um die bessere Mannschaft zu sein. Dafür kam von Vilsen zu wenig. „Wir wollten eigentlich Druck machen, aber das haben wir überhaupt nicht geschafft“, musste Fischer konstatieren.

Verdienter Rückstand

Dabei hatten sich die Gäste eigentlich gut vorbereitet und sich dementsprechend auch viel vorgenommen – die Umsetzung jedoch scheiterte im ersten Durchgang auf ganzer Linie. „Wir mussten froh sein, dass es zur Pause nur 1:0 stand“, analysierte Fischer gewohnt ehrlich das Geschehen der ersten Hälfte, in der die Gastgeber die besseren Möglichkeiten hatten. Jonas Rinne (8.) und Florian Schüttpelz (13.) verpassten in der Anfangsphase die Führung für die Rot-Weißen. Vilsen tauchte nur einmal gefährlich vor dem Tor auf: Der erst 17-jährige Jakob Warnke, der seinen Job als Linksverteidiger sehr solide verrichtete, fand mit seiner Flanke aus dem Halbfeld Kapitän Niklas Schröder, der den Ball mit Risiko volley nahm, aber über das Tor beförderte (20.).

Das war lange Zeit die einzige echte Abschlusschance des SVBV, der für seine Nachlässigkeiten nach etwas mehr als einer halben Stunde bestraft wurde. Zunächst kochte Stefan Brüge im Mittelfeld Erik Helms ab und fand dann noch mit seinem Pass Schüttpelz, der sich gegen Justus Wicke behauptete, den guten Bennet Knake im Vilser Tor umspielte und zum 1:0 einschob (32.).

Eine Antwort darauf blieben die Vilser lange schuldig. „Erst im zweiten Durchgang haben wir mehr Druck gemacht“, registrierte Fischer eine Steigerung seiner Elf. Die größeren Gelegenheiten aber hatten weiter die Estorfer, die auf ihren im Urlaub weilenden Spielertrainer Lukas Swiatkowski verzichten mussten. Sie verpassten es allerdings, die Partie zu entscheiden. Und so wurde es hektisch. Dazu trugen auch die Entscheidungen von Schiedsrichter Thomas Platz bei. Etwa die, Justus Wicke keinen Elfmeter zuzusprechen, obwohl er im Estorfer Strafraum hörbar getroffen worden war (54.). „Für mich ist das ein klarer Elfmeter. Da verstehe ich nicht, warum man das nicht pfeift“, regte sich Fischer auf. Dass Wicke nicht geschrien und vor allem nicht zu Boden gegangen war, zählte für ihn nicht. „Das ist einfach ein unnötiges Foul. Vielleicht ist es nicht clever, nicht zu fallen, aber es bleibt ein Foul.“

Fischers Ärger war nachvollziehbar – und auch der Wickes, der nicht das letzte Mal im Blickpunkt stehen sollte. Schließlich hielt der 20-Jährige die Partie spannend, als er mit seinem Flugkopfball auf Höhe der Grasnarbe zum Anschluss traf (85.), nachdem wenige Augenblicke zuvor Joshua Draeger das 2:0 erzielt hatte (84.). Und auch die letzte Aktion gehörte Wicke: Er sah die Gelb-Rote Karte. Platz hatte ein Foul des Vilsers gesehen, der Torhüter Tobias Pissor den Ball bei der letzten Gelegenheit der Gäste aus der Hand geschlagen haben soll. Die Vilser hingegen hatten kein Vergehen ausgemacht. Wutentbrannt warf Wicke den Ball weg – und erlebte die letzten Momente der Partie hinter der Bande, denn er hatte bereits die Gelbe Karte gesehen. „Da habt ihr Glück gehabt“, sagte Fischer in Richtung des Estorfer Trainers Martin Finze. „Unser Spieler war vor eurem Torwart am Ball.“ Dass diese Szenen zu großen Aufregern wurden, lag allerdings nur an der schwachen Chancenverwertung der Rot-Weißen. Das wusste auch Fischer, der ehrlich zugab: „Estorfs Sieg ist natürlich verdient.“

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 04.10.2018