SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 20.08.2018


Bassum trifft und siegt wieder

Der TSV feiert dank Manka Maduns Tor einen 1:0-Erfolg beim SV Bruchhausen-Vilsen

Bruchhausen-Vilsen. Der TSV Bassum hat den Befreiungsschlag in der Fußball-Bezirksliga gelandet und nach zwei Spielen ohne Tor und mit nur einem Punkt den ersten Sieg gefeiert. Beim SV Bruchhausen-Vilsen setzte sich die Mannschaft von Trainer Torsten Klein am Sonntagnachmittag mit 1:0 (1:0) durch. Manka Madun erzielte das Tor des Tages. Die Gastgeber erlebten vom Ergebnis her keine schöne Heimspiel-Rückkehr auf Bezirksebene. Insgesamt war Trainer Frank Fischer dennoch nicht unzufrieden. "Uns fehlt der eine Punkt, das stimmt, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat besonders in der zweiten Halbzeit gut gespielt. Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt."

Freilich sah Torsten Klein das ein bisschen anders: "In der ersten Halbzeit waren wir klar überlegen und auch spielerisch besser. In der zweiten Halbzeit hätten wir auch ein Gegentor kassieren können, aber insgesamt hatten wir mehr Chancen", argumentierte der Coach für einen durchaus verdienten Erfolg seiner Elf. Allzu lange mit dieser Frage aufhalten wollte er sich allerdings nicht: "Eigentlich ist es mir egal, ob der Sieg verdient ist oder nicht. Für uns ist wichtig, dass wir gewonnen haben." Bei einer Niederlage wäre der TSV erst einmal im Keller hängen geblieben. Nun hat er sich trotz großer personeller Sorgen erst einmal etwas Luft verschafft und kletterte auf Rang zehn. Vilsen dagegen rutschte auf den vorletzten Rang ab. Ein Beinbruch ist das nicht, schließlich sind die Lila-Hemden auf eine gesamte Saison Abstiegskampf eingestellt. Deshalb zählte für Fischer auch die Steigerung seiner Elf nach der Pause mehr als der derzeitige Tabellenstand. "Fußballerisch war es mit Sicherheit kein Rückschritt. Wir haben den Ball ganz gut laufen lassen. Man darf auch nicht vergessen, dass Bassum kein Fallobst ist."

Dass diese Aussage nicht aus der Luft gegriffen ist, wurde vor allem im ersten Durchgang deutlich, in dem die Gäste Vorteile hatten. Sie agierten ballsicherer als die Gastgeber, die nur selten klare Aktionen im Ballbesitz hatten. Auch die Bassumer brauchten eine gewisse Anlaufzeit, waren insgesamt aber zielstrebiger. Besonders Manka Madun bekamen die Vilser nicht in den Griff. Um den jungen Angreifer herum machten Tobias Cordes, Wilke Kluge und auch Marco Baier recht ordentlich Betrieb. Eine wichtige Rolle spielte auch Benjamin Bauer. Der Sechser, der am Spieltag seinen 31. Geburtstag feierte, gab ein gutes Startelfdebüt und half mit, die Balance im Bassumer Spiel zu wahren. "Seine Erfahrung hat uns geholfen", war Klein mit der Premiere Bauers zufrieden. Herausheben wollte er keinen Akteur: "Alle Jungs wussten, wie wichtig das Spiel ist und haben alles dafür getan, dass wir gewinnen." Im guten Kollektiv wussten neben Madun und Kluge auch Patrik Remmert und Nils Schäffer zu gefallen.

Dass Manka Madun mit seinem Tor den Unterschied machte, war letztlich folgerichtig. Er zeigte sich quirlig, sehr beweglich und startete immer wieder Läufe in die Tiefe. Einen davon auch in der entscheidenden Szene. Alexander Pestkowskis Zuspiel kam punktgenau und der Stürmer traf flach ins Eck (22.). Nach 202 Minuten platzte der Bassumer Knoten in der neuen Bezirksliga-Saison. Vilsen hielt vor allem kämpferisch dagegen und hatte seinen ersten durchdachten Angriff nach etwas mehr als einer halben Stunde, Nico Schröder verfehlte an dessen Ende jedoch per Kopf das Ziel (33.). Insgesamt hinterließ Bassum jedoch den besseren und vor allem den reiferen Eindruck und verbuchte auch die Mehrzahl der Abschlüsse für sich.

Im zweiten Durchgang agierten die Gastgeber offensiver und druckvoller, während die Bassumer mit Wilke Kluge und später auch Mathis Hoffmann zwei Stützen mit Verletzungen verloren und nicht mehr die Sicherheit der ersten Hälfte ausstrahlten. Meist wurden die Gastgeber dann gefährlich, wenn Jan-Christoph Kornau das Spiel mit seinen Diagonalbällen verlagerte. Längst nicht alle dieser langen Pässe fanden den Mitspieler, doch wenn sie ankamen, schafften sie Freiräume. So leitete er die Chancen von Niklas Schröder und Florian Wacker ein (54., 70.). Beide konnten Torhüter Dominik Overmeyer jedoch nicht überwinden. Auch Nico Schröder fand im Bassumer Schlussmann seinen Meister (80.). Vilsen zeigte Leidenschaft, war im Abschluss jedoch glücklos. "Wir haben den Ball phasenweise gut laufen lassen", fand auch Fischer. Er schränkte allerdings ein: "Am Ende des Tages haben wir etwas zu wenig Druck aufgebaut und waren im letzten Pass etwas zu ungenau." Dann, das zeigte sich erneut, wird es in der Bezirksliga schwer. "Wir lernen noch", wusste Fischer, dass seine Elf zwar schon vieles gut macht, aber noch ein paar Nuancen zu den etablierten Siebtligisten fehlen. Zu diesen zählt auch der TSV Bassum, der sicherlich nicht glänzte, aber den Sieg recht abgezockt nach Hause brachte. Er hätte es sich auch durchaus einfacher machen können, hätte er nur eine seiner Möglichkeiten genutzt. Besonders in der Schlussphase boten sich die Räume zum Kontern, die Gäste nutzten sie aber nicht. Doch darüber konnte Klein hinwegsehen angesichts des ersten Pflichtspielsieges in der jungen Saison.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 20.08.2018