SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 01.06.2018


Es kann nur einen geben

Bruchhausen-Vilsen und Mörsen-Scharrendorf liefern sich ein Fernduell um den Bezirksliga-Aufstieg

Bruchhausen-Vilsen/Mörsen. Der letzte Spieltag der Fußball-Kreisliga wird zum Aufstiegs-Showdown zwischen dem SV Bruchhausen-Vilsen und dem SV Mörsen-Scharrendorf. Beide Teams liefern sich ein Fernduell um die Vizemeisterschaft, die zum Sprung in die Bezirksliga berechtigt. „Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen werden“, sagt Vilsens Angreifer Dennis Böschen, der mit seinem Team am Sonntag ab 15 Uhr den TuS Wagenfeld erwartet. Ein Punkt und acht Tore Vorsprung hat der SVBV auf den SVMS – und doch haben sich die Mörsener noch nicht aufgegeben vor ihrer Partie beim SV Jura Eydelstedt, wie Christian Horstmann deutlich macht: „Wir werden alles dafür tun, um unsere Chance zu nutzen.“

Eine wichtige Rolle dürfte am finalen Spieltag sowohl Böschen als auch Horstmann zukommen. Beide sind Stürmer, beide haben für ihre Teams die meisten Tore erzielt. Böschen hat 14-mal getroffen, Horstmann sogar 16-mal. Nun wollen sie ihre Mannschaften zum Aufstieg schießen. Während Vilsens Trainer Frank Fischer fest mit seinem stellvertretenden Kapitän plant, muss sein Gegenüber Friedhelm Famulla zittern: Horstmann ist angeschlagen. „Ich weiß noch nicht, ob es reicht“, sagt er. „Wenn es irgendwie geht, will ich spielen.“ Sein Ausfall wäre ein herber Verlust für die Famulla-Elf, die personell ohnehin nicht auf Rosen gebettet ist. Horstmann macht auch die Verletztenmisere dafür verantwortlich, dass der Traum vom Aufstieg zu platzen droht. Schon im Vorjahr war der SVMS Dritter geworden. Nun droht das gleiche Szenario, obwohl der Vorsprung auf Vilsen nach der Hinrunde elf Punkte betrug.

„Die Welt würde nicht untergehen, wenn es nicht klappt“, weiß Horstmann. Den Bezirksliga-Aufstieg hat er dennoch nicht abgeschrieben. Das sah vor einer Woche nach der 0:1-Niederlage gegen den TSV Okel noch ganz anders aus. „Ganz ehrlich: Ich habe nicht mehr daran geglaubt, dass wir noch eine zweite Chance bekommen. Wir hatten eigentlich schon einen Haken an das Thema gemacht“, betont Horstmann, der schon in der Jugend für Mörsen spielte, zwischenzeitlich aber auch für Marhorst und Twistringen am Ball war. Hätte Vilsen zwei Tage nach Mörsens Niederlage in Sudweyhe gewonnen, dann hätten die Lila-Weißen den Aufstieg bei drei Punkten Vorsprung und dank des besseren Torverhältnisses quasi in der Tasche gehabt.

Die vertane Chance schmerzt noch

Nun ist wieder alles offen. Das ärgert Dennis Böschen. „Ich trauere der vergebenen Chance noch nach“, hat er das Remis von Sudweyhe noch nicht richtig verdaut. Bis Sonntag aber sei das erledigt: „Das darf dann keine Rolle mehr spielen. Wir wollen unsere zweite Chance ergreifen.“ Das vielfach beschworene Von-Spiel-zu-Spiel-Denken sei ein Erfolgsrezept der Vilser, die noch kein Rückrundenspiel verloren haben. „Was Frank (Fischer, d. Red.) uns mit auf den Weg gegeben hat, ist genau richtig“, lobt Böschen seinen Trainer. Dennoch war zu Beginn der Rückserie nicht absehbar, dass der SVBV am letzten Spieltag den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen kann. Diese unverhoffte Gelegenheit will Böschen beim Schopfe packen. Er weiß allerdings, dass auf ihn und sein Team eine ganz schwierige Aufgabe wartet. „Wagenfeld ist die Mannschaft der Rückrunde“, sagt er mit Blick auf die zwölf Siege und zwei Unentschieden des TuS. Die überragende Rückserie wird sich der Gast nicht verderben lassen wollen. „Jeder muss mehr als 100 Prozent geben. Das verlange ich von den Jungs, aber vor allem von mir als stellvertretendem Kapitän. Wenn wir alles gegeben haben und es reicht dann nicht, haben wir uns nichts vorzuwerfen“, sagt Böschen.

Der Angreifer hat auch das Hinspiel noch nicht vergessen: Beim 1:4 war der SVBV chancenlos. Eines der Saisonziele, nämlich das, gegen jeden Gegner zu punkten, wollen sich die Vilser erfüllen. Sie wollen sich allerdings nicht darauf verlassen, dass schon ein Remis zum Aufstieg reicht. „Wir lassen uns nicht auf Rechenspiele ein“, will Böschen selbst gewinnen, um nicht auf Eydelstedts Schützenhilfe angewiesen zu sein.

Böschen würde der Sprung in die Bezirksliga viel bedeuten – auch weil er den Gang in die siebte Liga nicht mit antreten würde. Er wird aus persönlichen Gründen zu seinem Jugendverein SG Hoya, für den er bereits im Herrenbereich aktiv war, zurückkehren. „Umso mehr werde ich mich reinhauen, um mich mit dem Aufstieg zu verabschieden“, verspricht er.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 01.06.2018