SV Bruchhausen-Vilsen - Newsartikel drucken


Autor: Thomas Warnke
Datum: 29.03.2018


Einmal noch Bezirksliga

Vilsens Kapitän Christian Mewes will vor seinem Laufbahn-Ende aufsteigen

Bruchhausen-Vilsen. Christian Mewes spürt es: Etwas ist anders in dieser Saison beim Fußball-Kreisligisten SV Bruchhausen-Vilsen. „Ich merke schon, dass wir eine gewisse Konstanz gefunden haben“, erklärt der 30-Jährige. Ihn als Kapitän der Mannschaft freut das ungemein – und diese Erkenntnis befeuert zugleich die Hoffnungen des Vilser Urgesteins auf den Aufstieg in die Bezirksliga. Denn den will Mewes unbedingt erreichen. Ein Unterfangen, das er und seine Mitspieler ohne Druck angehen.

Die Bezirksliga scheint für den SV Bruchhausen-Vilsen so nah zu sein wie lange nicht. Der SVBV ist Tabellenzweiter, hat gerade erst Spitzenreiter TuS Lemförde mit einem 1:1-Unentschieden getrotzt. Jeweils Platz eins in der Rückrunden- und der Heimtabelle – das sind eigentlich Werte eines Aufsteigers. Wenn da nicht das Problem wäre, dass der SV Mörsen-Scharrendorf auf Rang drei zwar einen Punkt, aber eben auch zwei Spiele weniger aufweist. „Wir haben es momentan nicht ganz in der eigenen Hand“, weiß Christian Mewes. „Wir hoffen, dass die anderen Teams noch Punkte lassen.“ Nach sieben Jahren in der Spitzengruppe – seit dem Bezirksliga-Abstieg in der Saison 2009/10 waren die Lila-Weißen nie schlechter als Rang sechs – ist die Sehnsucht nach der Rückkehr in die siebte Liga groß bei den Vilsern. „Ich spüre es in der Mannschaft, dass sie aufsteigen will, und ich persönlich will das auch“, verdeutlicht Mewes. In den vergangenen Jahren habe sich das Team entweder durch eine schwache Hin- oder Rückrunde um den Aufstieg gebracht. Jetzt sehen sich die Vilser dank der von Mewes angesprochenen Konstanz auf dem richtigen Weg.

Eine Aufstiegspflicht gibt es beim SVBV trotz aller Hoffnungen, ihn schon dieses Jahr zu erreichen, nicht. „Es ist nicht so, dass wir sagen, wir müssen diese Saison unbedingt aufsteigen. Das sagt der Verein nicht, das sagt der Trainer nicht und das sagen wir Spieler auch nicht“, betont Mewes. Die Maxime ist eine andere: „Wir wollen da sein, wenn andere schwächeln.“ Das hat zuletzt Mörsen-Scharrendorf getan. Der Titelanwärter ist noch nicht richtig in Fahrt nach der langen Winterpause, hat aus seinen beiden Partien bislang nur zwei Punkte geholt. Phasen wie diese wollen die Vilser nutzen, um Boden gutzumachen im Aufstiegsrennen. Doch selbst wenn es in dieser Saison noch nicht zur Rückkehr auf Bezirksebene reichen sollte, sieht Mewes in Vilsen sehr gute Perspektiven. „Ich bin sicher, dass wir definitiv in den nächsten Jahren aufsteigen, wenn wir weiter so zusammenbleiben und keinen großen Umbruch mehr vollziehen müssen. Jeder spürt, dass das möglich ist.“

Vilsen bis zum Ende treu

Die Bezirksliga-Rückkehr würde nicht nur alle Vilser stolz machen, sondern insbesondere auch Christian Mewes selbst. Der 30-Jährige ist mit seinem Verein tief verwurzelt. „Ich bin von Anfang bis Ende in Bruchhausen-Vilsen. Das steht für mich fest“, kommt für das Urgestein ein Wechsel zu einem anderen Team nicht infrage. In all den Jahren hat er sich ein hohes Ansehen im Verein und in der Mannschaft erarbeitet. Seit dieser Saison ist Mewes sogar Kapitän – ein in Vilsen angenehmes Amt: „Wenn der Schlendrian kommt, bin ich in der Verantwortung, dass alles wieder rund läuft. Aber ich muss sagen, dass es bislang keine Anlässe gibt, einschreiten zu müssen.“ Beim SVBV herrsche derzeit eine angenehme Anspannung, genau richtig im Aufstiegskampf. Mewes selbst ist ein fester Teil der Mannschaft. Sein Trainer Frank Fischer baut hauptsächlich im linken Mittelfeld auf ihn. Aber auch als Außenverteidiger und auf der rechten Bahn kann er spielen. „Hauptsache an der Linie“, nennt er sein Motto.

Mit 30 Jahren befindet sich Mewes im Herbst seiner Laufbahn. An das Ende hat er noch keinen Gedanken verschwendet. „Ich will so lange spielen, wie mich meine Füße tragen und mich der Trainer in der Mannschaft haben will“, verdeutlicht er. Ein großes Ziel hat er dabei noch: „Bevor ich mich aus der ersten Garde verabschiede, will ich noch einmal Bezirksliga spielen.“ Diesem Wunsch wollen die Vilser über die Ostertage gleich zwei Schritte näher kommen. Am Sonnabend spielen sie beim TSV Holzhausen-Bahrenborstel, am Ostermontag beim Barnstorfer SV. Die Doppelbelastung bereitet Mewes kein Kopfzerbrechen, er weiß aber, dass die beiden Aufgaben kompliziert sind. Er erwartet zwei schwierige Begegnungen: „Holzhausen und Wagenfeld sind kämpferisch sehr stark. Da müssen wir uns durchbeißen.“ Doch auch das habe die Mannschaft gelernt, und das schürt die Hoffnungen auf eine Vilser Zukunft im Bezirk – mindestens ein Jahr davon mit Christian Mewes auf dem Fußballplatz.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 29.03.2018