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04.12.2015 von Thomas Warnke
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Knake, Bennet

Vilsens Keeper Bennet Knake profitiert von einer Verletzung seines Kontrahenten

VON PATRICK HILMES

Bruchhausen-Vilsen.1440 Minuten in 16 Spielen – die volle Distanz. Das ist nicht etwa die Einsatzstatistik eines gestandenen und erfahrenen Fußballspielers, sondern die von Bennet Knake, 18 Jahre jung. Eigentlich könnte Knake gar noch A-Jugend spielen, doch er hütet seit dieser Saison das Tor des Kreisligisten SV Bruchhausen-Vilsen – als Nummer eins. In den Fokus rückte er, da sich sein Kontrahent für die Position zwischen den Pfosten der Lila-Hemden verletzte. „Ich musste ihn ins kalte Wasser schmeißen und er hat die Gunst der Stunde genutzt“, erklärt Vilsens Coach Jörn Meyer erfreut. Die Nummer eins der Vorsaison, Dennis Kastendieck, klagte bereits in der vergangenen Spielzeit über Schulterprobleme und bat in der Vorbereitung um eine Auszeit. Eine Schleimbeutelentzündung verhinderte einen bisherigen Einsatz, zur Rückrunde will er aber wieder voll angreifen. Doch vorerst ist Bennet Knake die Nummer eins, auch wenn er die 25 auf dem Rücken trägt.

Problemlos verlief sein Start im Herren-Bereich jedoch nicht. Der Keeper ging zusammen mit dem Team im Gleichschritt – beiden fehlte die Konstanz. „Es ist schwierig, es wird ein ganz anderer Fußball gespielt als in der Jugend“, gesteht Knake. Doch irgendwann müsse man den Schritt einfach wagen, sagt er. Dass er Fehler mache, sei ganz normal, beschwichtigt sein Trainer. „Er ist jung, manchmal muss man halt Lehrgeld zahlen.“ Und der Coach fühlt sich bereits bestätigt, ab dieser Spielzeit nicht nur mit seinem Torhüter, sondern auch mit der gesamten Mannschaft auf die Jugend zu setzten. Gegen Wagenfeld fuhr die Truppe mit einem Durchschnittsalter von 21 Jahren den dritten Sieg in Folge ein. „Die jungen Spieler sind wie Ponys, die zum ersten Mal auf die Weide dürfen. Sie sind wild und ungestüm“, erklärt Jörn Meyer schmunzelnd, „aber jetzt spielt sich langsam alles ein“.

In den gleichen Tenor stimmt auch Knake ein, er komme immer besser zurecht. Ein Manko sei noch, dass er sich schnell verunsichern lasse. Zu wichtig sei für ihn die erste Aktion in einer Partie: Funktioniert sie, ist alles gut. Geht sie schief, lässt sich Knake davon runterziehen. Daher sei Ruhe das Schlüsselwort. Er dürfe sich nicht von einem negativem Spielverlauf anstecken lassen und müsse auch ruhiger beim Herauslaufen sein. Sollte er all das in Zukunft in den Griff bekommen, „dann können wir noch sehr viel von ihm erwarten“, glaubt Meyer.

Zurück zu den Wurzeln

Der Coach ist überzeugt von seinem Schützling, daher fragte er auch bei ihm an, ob er nicht wieder bei seinem alten Heimatverein spielen möchte. In der vergangenen Saison stand Knake noch für die JSG Sudweyhe/Weyhe-Lahausen zwischen den Pfosten. Aber seine Wurzeln liegen bei den Lila-Hemden, dort hat er das Fußballspielen erlernt. Im Tor stand er ab der F-Jugend, löste damals seinen Bruder ab. „Er wollte kein Torwart mehr sein. Ich dachte mir, ich probier es einfach mal.“ Und es gefiel ihm auf Anhieb.

Kreisauswahl, Regionalliga, Sichtung für den Landeskader – Bennet Knake zeigte Talent auf seiner neuen Position. Und das möchte er auch weiterhin in Vilsen unter Beweis stellen. Für wie lange? Das weiß er noch nicht, „erstmal will ich Sicherheit bekommen und dann schauen, wie es mit Vilsen weitergeht“. Fest steht aber, dass er noch höher als Kreisliga spielen möchte. Die Chance hatte er bereits in dieser Saison, der Bezirksligist SV Heiligenfelde hatte angeklopft. Doch Knake lehnte ab, er wollte in seine Heimat, er kennt die Truppe, das Trainerteam und das Umfeld. Für den Start in den Herren-Bereich sei Vilsen genau richtig. Und ab der Vorbereitung zur Rückrunde erfährt er auch, wie es ist, sich mit einem gestandenen Herren-Keeper zu duellieren. Die Chancen sieht er 50 zu 50. Er will sich durchsetzen, um nach der Saison 2700 Minuten in seiner Einsatzstatistik lesen zu können.

Das zweite Mal in Folge machte das Wetter den Herausforderern einen Strich durch die Rechnung – die Sportredaktion bleibt mit 9:6 in Führung. Die Möglichkeit, den Anschluss herzustellen, hat nun Bennet Knake vom SV Bruchhausen-Vilsen. Der Keeper des Kreisligisten tritt gegen Volontär Patrick Hilmes an. Knake tippt nicht nur erwartungsgemäß auf einen Sieg seines Teams, er hofft zudem, dass er selbst zu null spielt.

TSV Bramstedt – SV Bruchhausen-Vilsen 0:2 1:3

Barnstorfer SV – TuS Barenburg 2:1 3:0

TSV Schwarme – TSV Weyhe-Lahausen 1:1 1:2

TuS Kirchdorf – TSV Holzhausen-Bahrenb. 2:0 1:0

TSV Brockum – TSG Seckenhausen-F. 0:5 0:4

TuS Wagenfeld – TSV Okel 1:3 1:2

FC Sulingen II – SV Dickel 2:1 2:0

TuS Sulingen U23 – SV Lessen 4:0 6:0

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 04.12.2015

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