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Herren 23.08.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Bramstedt bejubelt 3:2-Erfolg gegen SV Bruchhausen-Vilsen II

Bassum. Durch einen 3:2 (1:1)-Heimerfolg über den SV Bruchhausen-Vilsen II sind die Kreisligafußballer des TSV Bramstedt zu ihrem ersten Saisonsieg gekommen. Trainer Eckhardt Kotrade lobte sein Team für den engagierten Auftritt: „Die Jungs haben sich mit Blick auf die weiterhin angespannte personelle Situation förmlich zerrissen und alles rein gehauen. Sie haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Auch wenn uns am Ende ein wenig die Luft ausging, war es aus meiner Sicht ein verdienter Sieg.“

Dies lag vor allem an einer starken ersten Hälfte der Gastgeber, die einen optimalen Start verbuchten. Schon in der vierten Spielminute verwertete Lauritz Mühlenhardt einen tief gespielten Ball eiskalt zur Führung. „Da waren wir noch gar nicht richtig wach. Bei weiteren individuellen Fehlern hatten wir Glück, dass Bramstedt nicht schon auf 2:0 oder 3:0 gestellt hat“, kritisierte Ben Weber, Co-Trainer des SV Bruchhausen-Vilsen II. Dennoch ging sein Team mit einem Remis in die Pause, da Sören Schweers nach toller Flanke von Dorian Klinger zum Ausgleich traf (23.). Nach rund einstündiger Spielzeit fielen zwei weitere Treffer. Zunächst gelang Mühlenhardt nach ähnlichem Schema wie bei seinem 1:0 das Tor zum 2:1 (62.).

Nur zwei Minuten später der erneute Ausgleich, als ein als Flanke gedachter Freistoß von Luca-Ole Rother immer länger wurde und direkt im Tor einschlug. Anschließend hatten die Gäste die Möglichkeit, die Partie zu drehen. Vor allem bei Standardsituationen oder einigen Versuchen des agilen Steve Prehn fehlte oftmals nicht viel. „Der Ball wollte einfach nicht mehr über die Linie. Es fehlte der letzte Tick Konsequenz“, haderte Ben Weber, der dann gar beobachten musste, wie die Platzherren zum Siegtreffer kamen. Während seine Schützlinge bei einem langen Ball abschalteten, rettete Mühlenhardt den Ball per Grätsche vor dem Aus und bediente Daniel Zimmermann. Dieser ließ sich nicht zwei Mal bitten und vollstreckte zum 3:2-Endstand (77.). In den Schlussminuten verteidigten die Gastgeber den knappen Vorsprung geschickt.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Nachrichten, Datum: 23.08.2021

Herren 16.08.2021 von Thomas Warnke

1. Herren: Ohne etatmäßigen Keeper

TSV Okel mit Spielmacher im Tor unterliegt dem SVBV mit 2:4

Bruchhausen-Vilsen. Mit 4:2 (1:0) gewann der SV Bruchhausen-Vilsen seine Auftaktpartie der Bezirksliga gegen den TSV Okel. Und sicherte sich damit die ersten drei Punkte.

Nachdem beide Teams zunächst eine gute Gelegenheit ausließen, hatten die Gäste eine Großchance zur Führung: Mit einem Foulelfmeter scheiterte Rico Volkmann am stark reagierenden Schlussmann Maximilian Kues (21.). „Wer weiß, wie das Spiel läuft, wenn Rico da trifft“, orakelte Okels Trainer Cord Clausen, der Volkmann im Tor aufbieten musste, da kein etatmäßiger Torhüter zur Verfügung stand. Eine eher schleppende erste Hälfte endete dann mit dem 1:0 für die Gastgeber. Dennis Böschen traf aus gut 20 Metern ins rechte untere Eck (39.). Nach dem Seitenwechsel legte Nick Brockmann das 2:0 nach (48.), dem Moritz Warnke gar das 3:0 folgen ließ (60.). „Da fühlten wir uns dann wohl schon zu sicher“, erklärte SV-Trainer Torsten Klein. Er sah kämpferische Gäste, die durch einen Doppelschlag durch Leon Helmke (71.) und Philip Meyer (75.) zurück im Spiel waren.

„Zum Glück haben wir Okel dann aber keine weiteren großen Chancen gestattet“, sagte Torsten Klein, der dennoch bis kurz vor dem Schlusspfiff warten musste, ehe Nick Brockmann aus rund 30 Metern zum Endstand ins verwaiste Tor traf. „Am Ende haben wir natürlich aufgemacht, das vierte Gegentor spielt dann keine Rolle mehr. Ich bin dennoch positiv überrascht, wie gut wir mitgehalten haben“, sagte Cord Clausen.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Nachrichten, Datum: 16.08.2021

Herren 16.08.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Gerechtes Unentschieden

SVBV II und TVE trennen sich 2:2

Bruchhausen-Vilsen. Zum Auftakt der Fußball-Kreisliga Diepholz trennten sich die Zweitvertretung des SV Bruchhausen-Vilsen und der TVE Nordwohlde 2:2 (1:1). Ein Remis, mit dem beide Trainer gut leben konnten. „Ich denke, wir hatten insgesamt die besseren Torchancen“, bilanzierte Vilsens Co-Trainer Ben Weber das Gesehene, „Nordwohlde aber war bissiger in den Zweikämpfen.“

Obwohl die Gäste aktiver in die Partie starteten, legten die Hausherren das 1:0 (33.) vor. Ein diagonal geschlagener Freistoß von der Mittellinie landete bei Moritz Wohlers, der sich das Leder per Kopf am herauseilenden TV-Keeper Alexander Brockhoff vorbeilegte und den auftrumpfenden Ball dann erneut per Kopf über die Linie beförderte. Nordwohlde ließ sich von dem Rückstand nicht beeindrucken, drängte noch vor der Pause auf den Ausgleich. In der 42. Minute war es so weit: Pascal Matz setzte sich bis zur Grundlinie durch, spielte den Ball zurück an die Strafraumgrenze zu Bastian Ohlendieck. Dessen Schuss parierte SV-Keeper Hauke Schröder noch glänzend, gegen den Nachschuss von Timo Waldeck war er machtlos.

Fehlstart des SVBV II

Hochmotiviert, aber denkbar schlecht starteten die Hausherren in den zweiten Durchgang. Die Gäste fingen einen Angriff ab, schalteten schnell mit einem langen Ball um. Bastian Ohlendieck überlupfte Hauke Schröder und schob zum 2:1 (48.) ein.

In der Folgezeit ließen sich die Gäste jedoch zu sehr in die Defensive drängen und kassierten nach einer weiteren Standardsituation den Ausgleich. Nahe der Eckfahne gab Daniel Freund ein Freistoß ins Zentrum, Heinrich Büntemeyer zog ab und traf zum 2:2 (68.).

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Nachrichten, Datum: 16.08.2021

Herren 20.07.2021 von Thomas Warnke

1. Herren: Die heiße Phase läuft

Trainer Torsten Klein zieht nach bisher fünf Wochen Vorbereitung beim SV Bruchhausen-Vilsen ein positives Zwischenfazit

Bruchhausen-Vilsen. Seit fünf Wochen schon bereitet sich der SV Bruchhausen-Vilsen auf die neue Saison in der Fußball-Bezirksliga vor. Der neue Trainer Torsten Klein ist bisher rundum zufrieden mit seinem Team, für das es in dieser Woche zum Wietzen-Cup in den Heimatort des Coaches geht. Am Mittwoch (20.15 Uhr) duelliert sich der SVBV im Halbfinalspiel mit dem Nienburger Bezirksligisten SV BE Steimbke.

"Das ist ein Hochkaräter", weiß Klein um die Stärken des nächsten Testspielgegners. Der jahrelange Landesligist wartet mit einer starken jungen Truppe auf. Doch für den Coach der Lila-Weißen geht es vielmehr um seine eigene Mannschaft: "Wir wollen uns nicht nach dem Gegner richten. Wichtiger ist, das eigene Spiel durchzubringen und dass man damit zufrieden ist. Das Ergebnis ist nicht das Entscheidende." Bisher ist der neue Übungsleiter, der im Sommer vom TSV Bassum gekommen war und den langjährigen Trainer Patrick Tolle abgelöst hat, aber überaus zufrieden mit seinem Team. "Das ist eine sehr willige Mannschaft, die sehr diszipliniert ist. Es herrscht eine gute Trainingsbeteiligung und es macht sehr viel Spaß", sagt Klein und ist voll des Lobes. Für Torgefahr hatte seine Mannschaft bereits in den bisherigen Testspielen beim SC Marklohe (3:3), beim RSV Rehburg (3:1) und beim TuS Sulingen II (3:2) gesorgt. Das Manko: In jedem Spiel kassierte der SVBV mindestens einen Treffer. Klein: "Die Gegentore haben wir teilweise selber vorbereitet, da wissen wir, wo wie den Hebel ansetzen müssen."

Sein System hat er indes noch nicht gefunden. Die Testspiele sollen hierbei für Klarheit sorgen. Auch wenn sich Klein sicher ist, dass er nicht nur auf einem System beharren will, sondern variabel sein möchte. Die Spieler würden dabei gut mitziehen, die Lust wäre da. Die lange Corona-Pause trage dabei einen enormen Anteil, findet der Coach: "Man muss sich die Lust sonst irgendwo auch immer erarbeiten. Das ist dieses Jahr anders. Es freuen sich alle." Die Einheiten seien, bedingt durch die längere Vorbereitungszeit, anders gestaltet als im Normalfall. Dadurch kann der Fokus mehr auf das Fußballerische gelegt werden, erklärt Klein. Konditionell sei das Team schon "auf einem guten Level".

In seiner Heimat Wietzen im Nachbarkreis Nienburg steht nun das nächste Programm an. Neben dem morgigen Halbfinale des Wietzen-Cups in der dortigen Sportwoche steht am Sonnabend das Spiel um Platz drei oder im Optimalfall das Finale an. Es geht entweder gegen Marklohe oder Bassum, Kleins Ex-Klub. Der Trainer freut sich riesig auf das Turnier bei seinem Heimatverein: "Das ist etwas Besonderes für mich. Wir werden in Wietzen viele Zuschauer sowie ein enges Spielfeld haben und unter Flutlicht spielen. Das ist etwas, worauf wir lange gewartet haben. Das pusht auch." Eine Woche später spielt Bruchhausen-Vilsen zudem noch gegen den Bezirksligisten TSV Bassen (1. August., 15 Uhr). Am 6. und 8. August folgen zwei abschließende Knaller-Tests gegen die Landesligisten TSV Etelsen (mit dem ehemaligen SVSB-Kicker Hauke Wortmann) und FC Verden, bevor es für die Lila-Weißen ab dem 15. August wieder in der Bezirksliga ans Eingemachte geht. Die heiße Phase der Vorbereitung läuft auf Hochtouren.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Nachrichten, Datum: 20.07.2021

Herren 07.06.2021 von Thomas Warnke

1. Herren: Tolles Traum von der Mega-Sause

TRAINER-ABSCHIEDE Vilsens Coach wünscht sich große Abschlussparty

Coach Patrick Tolle verlässt den SV Bruchhausen-Vilsen. In unserer Serie „Trainer-Abschiede“ verrät er, warum das schmerzt und was er sich wünscht: eine große Abschlussparty.

Br.-Vilsen – Alles begann bei den D-Junioren in Asendorf – hier hatte Patrick Tolle damals seine erste Station als Trainer. Nach dem Job bei den A-Junioren folgte der Wechsel zum benachbarten SV Bruchhausen-Vilsen. Dort betreute der 38-Jährige, seinerzeit auch noch selbst aktiv, die Mädchenmannschaft, das Damen-Team, die A-Junioren – und seit Anfang 2019, als er von Frank Fischer übernahm, die erste Herren.

Eine lange Zeit an der Seitenlinie, die nun wegen Corona und des erneuten Saisonabbruchs ein vorzeitiges und für den Vilser total unbefriedigendes Ende findet. Gerne würde der scheidende Coach, der wegen seiner beruflichen Verpflichtungen als Fahrschul-Inhaber schweren Herzens aufhört, mit all seinen Teams noch eine dicke Party feiern, wie er im Gespräch verrät.

Wie schwer fällt es Ihnen, von Ihrer Mannschaft wegzugehen?

Dieser Schritt ist mir echt nicht leicht gefallen – und dieses Abrupte macht es mir jetzt noch schwerer. Das sind doch alles meine Jungs, viele sind mit mir aus der A-Jugend hochgegangen. Eine Supertruppe ist das. Und ich bin als Trainer in der Bezirksliga angekommen – alles geil eigentlich, geradezu bilderbuchmäßig. Und wenn es nur nach meinem Herzen ginge, hätte ich auch gar nicht aufgehört. Aber ich kriege es beruflich einfach nicht mehr hin, habe inzwischen zwei Firmen und 18 Angestellte, mit den Fahrschulen fünf Niederlassungen.

Wie hätte Ihr perfekter Abschied ausgesehen?

Wir qualifizieren uns erst als Aufsteiger für die Meisterrunde und haben damit den Klassenerhalt sicher. Das wäre grandios gewesen. Und in der Meisterrunde würden wir richtig coole Spiele haben – mein letztes dann bei uns zu Hause vor großem Publikum – 200, 300 Leute. Ein schöner Sieg und anschließend eine Party, noch mal ordentlich abfeiern mit den Jungs.

Und wie ist die aktuelle Situation stattdessen?

Richtig sch . . ., unheimlich bitter – und für mich nach 14 Jahren Fußballtrainer am Stück mit insgesamt drei Aufstiegen auch sehr emotional. Wir hatten unser letztes Spiel im Oktober in Twistringen. Das muss man sich mal vorstellen.

Wann und wie wird eine Feier im Mannschaftskreis nachgeholt?

Noch ist nichts geplant, weil man ja momentan nichts planen kann. Ich denke, der Verein wird irgendetwas machen, wir gehen ja im Guten auseinander. Meine Wunschvorstellung ist, dass alle meine Mannschaften, auch die Jugendteams von früher, zusammenkommen und eine große Sause machen. Und wenn es dann 200 Leute sind, auch okay. Dann könnte man zum Beispiel die Bahnhofshalle in Bruchhausen-Vilsen mieten. Das wäre genau mein Ding und der perfekte Schlusspunkt.

Was geben Sie zum Ausstand aus?

Auf jeden Fall werde ich mir da für meine Mannschaft noch etwas einfallen lassen. Bier und Bratwurst vielleicht, ein schöner Grillabend – so etwas in der Art.

Wie fühlt es sich an, die Mannschaft sozusagen ganz leise und durch die Hintertür verlassen zu haben?

Das ist das Schlimmste, was hätte passieren können. Wenn ich gewusst hätte, dass ich so aufhören muss, hätte ich mich vielleicht – trotz der beruflichen Belastung – noch mal ein Jahr durchgequält. Aber das ist jetzt natürlich kein Thema mehr. Ich möchte das Ganze ordentlich abschließen.

Wie ist aktuell der Kontakt zur Mannschaft? Wird noch irgendwie trainiert?

Gelegentlich telefoniere ich mit den Jungs, etwa zum Geburtstag. Der Kontakt ist schon noch da. Trainiert haben wir seit sechs Monaten nicht – und werden es wohl auch nicht mehr tun. Kleingruppentraining machen wir nicht, stattdessen gehen die Spieler laufen.

Wie sieht Ihre Zukunft ohne Trainerjob aus? Sind Sie offen für Neues, machen Sie eine Pause oder hören Sie vielleicht sogar ganz auf?

So schnell werde ich nicht auf den Rasen oder an die Seitenlinie zurückkehren, denke ich. Aber vielleicht läuft die Firma in zwei, drei Jahren auch ganz gut ohne mich. Und wenn ich dann wieder Lust habe, mal gucken: Sag niemals nie. Allerdings muss ich auch die Zeit haben, sonst geht’s nicht.

Wie vertreiben oder versüßen Sie sich die fußballlose Zeit?

Wenn ich mal Zeit habe, gehe ich am liebsten laufen. Ich muss irgendwas machen, weil ich in meinem Job ja viel sitze. Zweimal zehn Kilometer pro Woche, das versuche ich – möglichst unter 50 Minuten. Meistens bin ich am Wochenende zwischen Vilsen und dem Holschenböhl unterwegs, fast immer die gleiche Strecke. Und dann gehe ich auch an meine Grenzen, das muss ich haben. Ich brauche einen Gegner – und wenn es die Uhr ist. Vielleicht spiele ich nächste Saison auch noch mal in der Alten Herren mit.

Das 60-Meter-Tor und die furiose Aufholjagd

Normalerweise würde Patrick Tolle den Aufstieg in die Bezirksliga 2020 nennen – aber da mussten sich der Coach und seine Spieler vom SV Bruchhausen-Vilsen wegen Corona eher im Stillen freuen. Als Zweitplatzierter hinter der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst durfte die Mannschaft im Zuge der abgebrochenen Saison dank der Quotientenregelung hoch. „Wir konnten es sportlich leider nicht zu Ende bringen – und eine Feier war auch nicht erlaubt“, bedauert Tolle. Deshalb nennt er zwei Spiele, die ihm in besonderer Erinnerung geblieben sind. Das 2:0 im September 2019 auf eigenem Platz gegen Spitzenreiter Seckenhausen, als Alexander Kues aus 60 Metern traf. „Auf die Idee muss man erst mal kommen“, staunt Tolle noch immer über den Kunstschuss aus XL-Distanz: „Das war sicher eines der schönsten Tore, die ich als Trainer erlebt habe. Und im Internet wurde es über 40 000 Mal angeklickt.“ Zudem fällt dem 38-Jährigen die Partie beim SC Twistringen ein, die letzte in der aktuellen, ebenfalls vorzeitig beendeten Spielzeit – und demnach seine letzte als Coach. „Wir lagen nach 25 Minuten schon mit 0:3 hinten. Nach dem 1:3 war die Ansprache in der Kabine etwas anders als sonst. Ich hatte irgendwie das Gefühl, als ob wir das Ding noch drehen können – und habe ein bisschen umgestellt.“ Tatsächlich schaffte Vilsen noch das 3:3. Und Tolle strahlte: „Da hat man gesehen, welch tolle Moral die Mannschaft hat. Und es ist ein schönes Gefühl, wenn das, was man verändert hat, voll aufgeht.“ 

 

© Mit freundlicher Genehmigung von Kreiszeitung, Datum: 04.06.2021

Herren 24.03.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Luca Rother ist neuer Abwehrchef bei Bruchhausen-Vilsen II

Neue Position, neuer Abwehrchef

Luca Rother hat sich beim SV Bruchhausen-Vilsen II zum Leistungsträger entwickelt. Und das obwohl er auf einer für ihn ungewohnten Position spielt.

Bruchhausen-Vilsen. Manchmal dauert es seine Zeit, bis ein Mensch sich an eine neue Situation gewöhnt. Mit Veränderungen kommt eben nicht jeder auf Anhieb zurecht. So war es auch bei Luca Rother. Der Fußballakteur des SV Bruchhausen-Vilsen II spielte seine ganze Karriere lang im Mittelfeld, zwischenzeitlich sogar als Stürmer. Und das sogar mit einer Menge Erfolg, steuerte er doch einige Treffer zum Aufstieg der Reserve in die Kreisliga bei. Doch plötzlich hatte sein Trainer Ben Weber eine Vision, er wollte nach dem großen Triumph die Defensive stabilisieren und schulte Rother somit zum Innenverteidiger um. „Erst war ich davon nicht angetan, guckte etwas bedröppelt aus der Wäsche. Doch mittlerweile fühle ich mich hinten ganz wohl, würde sogar nicht mehr mit anderen Spielern die Position tauschen wollen“, lächelt Luca Rother zufrieden.

Ben Weber scheint damit, einen Glücksgriff gelandet zu haben. Denn relativ zügig konnte sich Rother auf der für ihn ungewohnten Position akklimatisieren und entwickelte sich somit zum Abwehrchef. „Er wollte hinten mehr Ruhe haben, jemanden der das Spiel aus der Defensive aufbaut“, verrät Rother bezüglich der Pläne des Trainers. Mittlerweile ist Rother aus der Viererkette gar nicht mehr wegzudenken. Und der 23-Jährige möchte dort auch gar nicht mehr weg. „Ich bin viel lauffauler als viele andere Spieler, deswegen passt die Position doch ganz gut zu mir“, scherzt er. „Schließlich muss ich im Mittelfeld viel mehr Kilometer abspulen. So habe ich das Spielgeschehen vor mir. Das passt ganz gut.“

Anfangs beim TSV Weyhe-Lahausen

In Weyhe geboren, erlernte Luca Rother das Kicken in Lahausen. Früh wurde er für die Kreisauswahl nominiert, suchte in der C-Jugend eine neue Herausforderung beim TuS Sudweyhe. Doch als seine Familie nach Bruchhausen-Vilsen weiterzog, war erst einmal Schluss mit dem runden Spielgerät. „Da hat Fußball nicht mehr so eine wichtige Rolle gespielt, ich hatte zu dem Zeitpunkt andere Prioritäten“, verrät Rother. „Jetzt ärgere ich mich auch darüber. Weil ich mir die verpasste Zeit nicht wiederholen kann.“ Drei Jahre später feierte Rother sein Comeback – und zwar in der A-Jugend des SV Bruchhausen-Vilsen unter der Leitung von Patrick Tolle, der momentan noch die Bezirksliga-Truppe des Vereins trainiert. Beim Übergang in den Seniorenbereich war es für den Lehramtsstudenten ein Hin und Her. Zu Beginn versuchte Rother sein Glück in der ersten Herren, entschied sich dann aber dazu, lieber in der Reserve zu kicken.

„Ich habe zum Glück dann schnell wieder reingefunden. Weiterhin bin ich offen dafür, wenn die erste Herren anfragt, ob ich mitspielen möchte“, betont Rother. Ab dem Sommer werden die Karten beim SV Bruchhausen-Vilsen sowieso neu gemischt. Denn dann übernimmt Thorsten Klein das Traineramt von Patrick Tolle. „Wenn sich die Möglichkeit ergibt und der neue Trainer mich spielen sehen will, werde ich die Chance auch ergreifen. Nur ist es auch wichtig für mich, dass ich meine Spielzeit bekomme, sonst werde ich schnell unzufrieden“, meint Rother.

Rother fühlt sich pudelwohl

Gedanken über seine Zukunft macht sich Luca Rother derzeit aber noch nicht. Auch wenn momentan nicht gespielt wird, fühlt er sich im Verein sehr wohl. „Der Zusammenhalt ist hier enorm, es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre. Und man merkt, dass für die Leute hier die Heimspiele sonntags immer ein Höhepunkt sind“, bekräftigt der Innenverteidiger, der nicht unbedingt überrascht ist ob der hervorragenden Tabellenplatzierung.

Momentan rangiert der SV Bruchhausen-Vilsen II auf dem dritten Rang in der Kreisliga. „Wir haben schon sehr viel Qualität im Kader, konnten das eben auch oftmals auf den Platz bringen. Auch wenn wir sogar noch mehr Punkte hätten sammeln können. Meistens ist das bei uns eine mentale Sache.“

Großen Anteil an dem Erfolg hätte seiner Meinung nach natürlich der Trainer. „Ben arbeitet sehr akribisch und ist wie ich auch total ehrgeizig. Er macht sich extrem viele Gedanken, wie er das Training gestalten soll. Im Spiel erkennt er dann unsere Schwächen und baut entsprechende Übungen in die Einheiten mit ein, damit wir uns weiter verbessern“, lobt Rother seinen Coach.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 24.03.2021

Herren 27.02.2021 von Thomas Warnke

1. Herren: Vom Außenseiter zum Wiederholungstäter. Jörn Meyers Pokalreise

Wer Kreispokal sagt, der muss auch Jörn Meyer sagen. Im Fußballkreis Diepholz haben wenige den Wettbewerb so geprägt wie der 52-Jährige. Sowohl mit dem TSV Martfeld, seinem Heimatverein, als auch mit dem SV Bruchhausen-Vilsen, bei dem er noch heute an der Seite von Patrick Tolle als Co-Trainer der ersten Mannschaft tätig ist, hat er die Trophäe in die Höhe gestemmt. Sechs Mal stand er im Finale, zwischen 2012 und 2016 sogar fünfmal in Folge. Rekord. Wahrlich nicht der einzige, den er aufgestellt hat. Eine Pokalgeschichte in sechs Episoden.

 

Episode 1: Der Favoritenschreck

Einer Sache ist sich Jörn Meyer sicher: „Fußball spielt sich in der Murmel ab.“ Es ist Kopfsache. Im Pokal ganz besonders. „Wenn du einen Gegner auf Augenhöhe hast, sind alle motiviert. Aber wenn du gegen einen Underdog spielst, glauben viele, dass da nichts passieren kann. Sie haben das Spiel im Kopf schon abgehakt“, nennt er die größte Stolperfalle des Wettbewerbs. Diese hat er sich in der Saison 1995/96 selbst zunutze gemacht. 

Mit seinen Martfeldern spielte Meyer in der 2. Kreisklasse. Viel mehr Außenseiter geht nicht. Aber ganz so einfach war es dann doch nicht, den TSV aus dem Feld der Titelanwärter zu streichen. „Wir hatten eine Bombentruppe“, blickt Meyer zurück. Nicht nur er selbst war aus seiner Vilser Zeit bereits im Bezirk erfahren. Carsten Maatz, sein Freund seit Kindestagen, war von der SG Hoya zurückgekehrt, auch Spielertrainer Erhard Meyer und Carsten Beermann hatten das SG-Trikot in der Landesliga getragen. „Mindestens 50 Prozent des Kaders hätte im Bezirk spielen können. Dazu kamen einige richtig gute Nachwuchsspieler. Wenn die erste Elf fit war, dann konnte sich ein Kreisligist die Zähne an uns ausbeißen“, erklärt Meyer, damals im besten Fußballalter. Das Niveau der Martfelder ging weit über die 2. Kreisklasse hinaus. Der Meistertitel war Formsache, „aber wir wollten unbedingt den Pokal gewinnen. Wir wollten Gegner ärgern, die vermeintlich besser waren als wir“, war der Cup das Hauptziel der Martfelder. Und sie füllten es mit Leben, deklassierten etwa den Vorjahressieger TSV Wetschen mit 4:0. In Martfeld, wo im Alltag der TVE Nordwohlde III oder SV Mörsen-Scharrendorf IV aufliefen, stolperten die Favoriten reihenweise. Auch weil Meyer regelmäßig aufdrehte: Gegen den TV Neuenkirchen erzielte er zwei Tore, gegen Wetschen legte er trotz einer Schleimbeutelentzündung ein Tor auf und erzielte eines selbst.

Und auch im Finale gegen den SV Friesen Lembruch aus der 1. Kreisklasse, den anderen Favoritenschreck der Pokalsaison, war der Mittelfeldspieler eine prägende Figur. Der Herr der ruhenden Bälle legte Carsten Beermanns 2:0 per Ecke auf. Da waren gerade einmal zehn Minuten gespielt. Carsten Maatz hatte Martfeld in Führung gebracht. Peter Brinkmanns Eigentor in der Schlussviertelstunde brachte den TSV nicht mehr ins Wanken.

Martfeld gewinnt 1996 den Pokal – Peter Brinkmann (l.) nimmt ihn entgegen.

 

Meyer feierte also seinen ersten Pokaltitel im Herrenbereich. Und wie! „Ein paar Jungs sind noch nach Schwarme gefahren zum Pfingstschützenfest. Sie wollten dort mal zeigen, wie so ein Pokal aussieht“, sagt der Martfelder und lacht ob der kleinen Sticheleien unter Nachbarn. Zuvor war ihm allerdings der Schreck in die Glieder gefahren: Er hatte die Trophäe fallen gelassen und ihr eine Delle verpasst. Dieses Missgeschick war jedoch im Siegestaumel schnell vergessen. Apropos vergessen: Am Morgen nach dem Finale war der Pokal verschwunden. Er tauchte in Schwarme wieder auf. Dort hatte er die Nacht hinter der Sektbar verbracht.

 

Episode 2: Finale aus der Ferne

Der Sieg mit Martfeld sei für ihn das erste Mal gewesen, dass er den Pokal wirklich wahrgenommen habe, sagt Meyer. Danach verlor er ihn etwas aus den Augen. In seinen Fokus rückte der Wettbewerb erst mehr als 25 Jahre später wieder. Eigentlich hatte Meyer, bereits zum Trainer aufgestiegen, nach seiner Amtszeit in Schwarme ein Sabbatjahr einlegen wollen, als jedoch im Herbst 2011 der SV Bruchhausen-Visen nach dem Aus von Uwe Sieling bei ihm anklopfte, war es mit der Ruhe schlagartig vorbei. Dem SVBV konnte er nicht absagen. „Das war eine Herzensangelegenheit.“

Meyer führte den Kreisligisten nach dessen Fehlstart in ruhiges Fahrwasser. Der Pokal, in dem Vilsen in der ersten Runde noch ohne Meyer ausgerechnet Martfeld ausgeschaltet hatte, lief eher nebenbei. „Hinfahren, gewinnen, wegfahren“, schildert der Coach die Maxime. Als der SVBV im Winter noch im Wettbewerb war, machte er sich das erste Mal Gedanken, wie weit es für ihn und sein Team gehen könnte. Beim Blick auf den Rahmenspielplan blieb ihm jedoch die Spucke weg: „Ich habe gesehen: Beim Finale bin ich im Urlaub. Ich hatte schon gebucht.“ Ein Endspiel ohne Trainer? „Da denkst du schon im ersten Moment: Sch...“, gibt Meyer zu. Aus dieser Vorstellung wurde nach Siegen über Neubruchhausen und Wagenfeld tatsächlich Realität. Meyer stand ein Finale aus der Ferne bevor.

Als in Sulingen der Ball rollte, war er in der Türkei. In Side. Zumindest körperlich. Denn in Gedanken war der Trainer, der per Handy noch eine Ansprache gehalten hatte, bei seinem Team. Während Andreas Mann das Team gegen den TuS Syke betreute, ließ sich Meyer von Betreuer Norbert Schmusch und Fabian Schlechter informieren. „Meine Frau war komplett genervt, weil ich die ganze Zeit mit dem Handy in der Hand herumgelaufen bin“, weiß er noch, dass Urlaubsstimmung nicht aufkam bei den Meyers. „Dafür lebst du das einfach zu sehr mit“, sagt der Vollblutfußballer. Seine Mannschaft aber blieb auch ohne ihn cool, gewann dank eines Doppelpacks von Salam Garaf, der auch das Tor von Christian Riemenschneider vorbereite, mit 3:1. Und während es die Vilser in der Heimat krachen ließen, wurde auch in Side gefeiert – „mit diversen Efes und Rakis“, verrät Meyer. Und mit dem Siegershirt, das er stolz zur Schau trug.

DER ERSTE STREICH: Die Vilser feiern nach dem Sieg über Syke – ohne Trainer Jörn Meyer. Der weilt im Urlaub in der Türkei.
 

Episode 3: Die Party vor der Haustür

Die eine oder andere Stichelei ob seines Urlaubs beim Finale musste sich der Trainer nach seiner Rückkehr natürlich anhören. Doch der Coach, ohnehin nie um einen flotten Konter verlegen, erwiderte nur: „Dann machen wir es in der neuen Saison eben nochmal.“ Der Hauptfokus lag aber weiterhin auf der Liga. „Du trainierst ja keine Mannschaft, um den Kreispokal zu gewinnen“, sagt Meyer – auch wenn es bei ihm rückblickend anders ausgesehen haben mag.

Der Pokal war in der Saison 2012/13 reizvoll für alle Brokser. Das Finale fand in Martfeld statt. Nebenan also. In Meyers Heimat. Dort den Titel zu holen – viel mehr geht nicht. Diese Aussicht schien den SVBV zu beflügeln. Er warf die Nachbarn Asendorf und Schwarme aus dem Wettbewerb, behielt in Barnstorf die Nerven und schaltete im Halbfinale auch Weyhe-Lahausen aus. Das Finale um die Ecke war perfekt.

Seinen Urlaub hatte Meyer wohlweislich bereits nach hinten verschoben. Dieses Mal wollte – nein: musste – er dabei sein. Er lud seine Spieler vor dem Duell mit dem Ligarivalen SV Lessen zu sich nach Hause ein, um sie auf die letzten 90 Minuten der Saison einzustimmen. Und auf ein besonderes Szenario: Noch nie hatte ein Team den Pokaltitel verteidigt. „Wir haben uns gar nicht groß damit beschäftigt. Das Finale zu erreichen, war an sich schon Highlight genug“, legte er keinen Druck auf seine Spieler. Klar war aber auch: „Du kannst dich vor so etwas nicht verschließen. Dass du etwas Besonderes leisten kannst, wird von außen an dich herangetragen.“ Vor allem in einem fußballverrückten Ort wie Bruchhausen-Vilsen.

Die Aussicht auf einen Platz in den Geschichtsbüchern des Fußballkreises lähmte die Brokser nicht. Im Gegenteil: Selten war ein Endspiel einseitiger als dieses 6:1. Salam Garaf und Richard Sikut zeigten, warum es sie alsbald zu höher spielenden Klubs ziehen sollte. Salaf traf, Sikut sogar doppelt, ebenso wie Rateb Safi. Matthias Hansack markierte das zwischenzeitliche 5:1. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Brokser bereits in Feierlaune. Auch Hunderte Fans hatten den kurzen Anfahrtsweg auf sich genommen. Die Party nach der Partie nahm deshalb zügig Fahrt auf. Die Vilser hatten vorgesorgt, wie der Coach damals verriet: „Wir machen jetzt noch die einheimische Gastronomie unsicher. Wir haben da ein All-Inclusive-Paket.“ Wer Pokale gewinnt, der darf es ruhig krachen lassen. Und wer Geschichte schreibt, sogar umso mehr. Darin waren sich die Lilahemden damals bereits einig.

Da ist das Ding! Im Jahr 2013 verteidigt Vilsen als erste Mannschaft den Titel.

 

Besser als jeder Sportfilm

Was bisher geschah: drei Finals, drei Siege, dazu die erste Titelverteidigung überhaupt. Besser hätte die Kreispokalgeschichte von Jörn Meyer als Spieler des TSV Martfeld und als Trainer des SV Bruchhausen-Vilsen nicht beginnen können. Doch vorbei war sie noch lange nicht. Sie ging weiter und wurde reicher – sowohl an Dramen als auch an (Freuden-)Tränen.

Episode 4: Der fade Beigeschmack

Spätestens in der Saison 2013/2014 war es anders im Pokal. „Alle wollten uns schlagen, noch mehr als zuvor", spürten Meyer und Co. deutlich größere Gegenwehr. Vilsen zu bezwingen – das war das Ziel aller Teams im Wettbewerb. Doch die Lilahemden hatten längst Gefallen daran gefunden, im Finale zu stehen. „Die Jungs haben es genossen, das letzte Spiel der Saison zu bestreiten und zu zeigen, was in ihnen steckt", sagt Meyer.

Das Pokalfeuer loderte weiterhin heiß in seinen Mannen, denen der große Wurf in der Liga erneut verwehrt blieb. „Irgendwann hieß es nur noch: Wenn ihr nicht aufsteigt, dann gewinnt ihr eben den Kreispokal", erinnert sich Meyer. Aus dem vermeintlichen Stiefkind Pokal wurde in Vilsen ein vollwertiges Familienmitglied. „Diese Zeit haben alle genossen. Wir haben als Mannschaft den Ort mitgenommen", spürte der Trainer, wie die Pokalreise Team und Ort zusammenbrachte. Die Beziehung zwischen Pokal und Broksen war längst eine innige. Doch es sollten erste Risse folgen.

Nicht, dass sich diese abzeichneten. Es war wie immer: Vilsen stürmte von Runde zu Runde. Erst im Halbfinale wurde es eng. Hier wäre Meyer beinahe das widerfahren, was er bei seinem Pokalsieg als Spieler mit Martfeld einigen Kreisligisten zugefügt hatte: eine Niederlage gegen ein Team aus der 2. Kreisklasse. Beim FC Gessel-Leerßen verspielte Vilsen eine 2:0-Führung und rettete sich erst im Elfmeterschießen ins Endspiel. Das dritte Finale in Folge. Es war – natürlich – ein Rekord. Wieder hatte niemand die Lilahemden aufhalten können. Und so pilgerten am Saisonende erneut zahlreiche Vilser zum Finale, dieses Mal nach Twistringen, hoffnungsfroh, den dritten Titel in Serie feiern zu können. Zumal der Gegner aus der 1. Kreisklasse stammte.

Gegen die U23 des TuS Sulingen waren die Brokser der Favorit. Allerdings hatte das Finale „einen faden Beigeschmack", findet Meyer. Denn der TuS schickte nicht ausschließlich seine Jungs aus der Kreisklasse ins Feld, sondern auch Spieler aus der Landesliga-Mannschaft von Walter Brinkmann. Eine Mischung, die Vilsen mehr als nur Paroli bot. Während sich die Meyer-Elf die Zähne ausbiss, traf Niklas Klare per Flugkopfball zum Sulinger Sieg. Der Begriff Wettbewerbsverzerrung machte die Runde. TuS-Trainer Tim Bösche – in Schwarme einst ein Schützling Meyers – widersprach: „Das hätten andere Mannschaften an unserer Stelle genauso gemacht." Den Vilser Trainer wurmt die Niederlage noch heute. „Es war alles regelkonform, aber ob man das so machen muss, weiß ich nicht."

Die Pokalweste des SVBV war nun befleckt. Es war die erste Niederlage seit dem 0:3 gegen Wagenfeld im Halbfinale im Mai 2011. „Wir mussten eine ganz neue Erfahrung machen und den anderen beim Feiern zusehen. Das tat weh", sagt Meyer.

 

Episode 5: Das Finale tohuus

Der Frust über die Finalniederlage wich bald der Vorfreude. In der neuen Saison fand das Endspiel in Vilsen statt. „Dann ist es natürlich dein großer Traum, dabei zu sein. So eine Chance bekommst du nicht oft", weiß Meyer. Ihm schien das Schicksal zweimal hold zu sein: erst das Finale in Martfeld, nun also in Vilsen. Der gesamte Ort war aus dem Häuschen. Meyer spricht nicht von ungefähr von einem ganz speziellen Weg ins vierte Finale in Serie – aber auch in das bitterste.

Drei Jahre zuvor hatte der FC Bayern München in der Champions League sein „Finale dahoam" im Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea verloren. Dass ihr „Finale tohuus" ähnlich enden könnte, daran verschwendeten die Vilser keinen Gedanken. Obwohl der Druck spürbar war. „Die Jungs waren fokussierter. Sie hatten dieses Endspiel im eigenen Stadion immer vor Augen. Das hat es nicht immer einfacher gemacht", weiß Meyer.

Bereits der Weg ins Endspiel war voller Dramen. Gegen Eydelstedt und Gessel siegten die Brokser erst im Elfmeterschießen. Unvergessen auch das Halbfinale beim TSV Ristedt samt der schweren Verletzung von TSV-Akteur Sascha Otten, der sich im Luftduell mit SVBV-Torhüter Dennis Kastendieck Jochbein, Augenhöhle und Oberkiefer brach. Erst nach der Pause drehte Vilsen vor mehr als 100 Gästefans ein 0:1 noch in einen Sieg. Die Meyer-Elf hatte ihr Finale tohuus

Ganz Bruchhausen-Vilsen fieberte danach dreieinhalb Wochen auf den Endspieltag hin, an dem auch die Ü50 und die Ü40 des Vereins um den Titel spielten. Es herrschte eine Vorfreude wie sonst nur am Brokser-Markt-Wochenende. Meyer und seine Mannschaft zeigten sich bereits mittags auf der Anlage. „Um unsere anderen Teams zu unterstützen", erklärt der Trainer, warum die Erste so früh auf der Anlage erschien. In den Finals zuvor hatte sich die Mannschaft im Vorfeld mehr Ruhe gegönnt. Der Fußballtag war dieses Mal also ungewohnt lang. „Das kreide ich mir bis heute an. Es war alles zu viel für die Jungs", glaubt Meyer, dass die Gesamtsituation seiner Elf noch mehr Druck aufbürdete. Die Erwartungshaltung war immens, an jeder Ecke wurden die Spieler angesprochen auf ihr Duell mit dem SV Lessen. Den hatte der SVBV zwei Jahre zuvor klar mit 6:1 bezwungen. Alle, die es mit Vilsen hielten – und das war die klare Überzahl – rechneten erneut mit einem Sieg.

Das spürte auch die Mannschaft. In positive Energie konnte sie es aber nicht umwandeln. Als das Spiel angepfiffen wurde, „hatten wir nicht mehr den vollen Fokus auf das Finale", sagt Meyer über das zähe Ringen. Von lila Leichtigkeit keine Spur. Selbst Nico Schröders Führung löste den Knoten nicht, der Ausgleichstreffer durch Magnus Wiegmann „hat den Hebel bei uns komplett umgelegt", erzählt Meyer, dass seiner Elf nichts mehr gelang. Dem Coach schwante vor dem Elfmeterschießen bereits Böses. „Als ich in die Gesichter der Jungs geschaut habe, wusste ich, dass das nichts wird." Das Selbstvertrauen war weg. Seinem Betreuer Norbert Schmusch murmelte Meyer zu: „Nobbi, ich glaube, heute gewinnen wir nicht." Er sollte Recht behalten: Marcel Schröder vergab, Vilsen verlor. Die Riesenparty fiel aus. Die kleine Delegation aus Lessen übertönte Hunderte Vilser mit Leichtigkeit. „Die haben natürlich ausgiebig gefeiert, und bei uns war die Enttäuschung riesengroß. Die Beine wollten einfach nicht so, wie es der Kopf gern gehabt hätte", sagt Meyer nach „dem bittersten Moment" seiner Pokalreise. Dieser Tag beschäftigte ihn und seine Spieler länger als nur eine schlaflose Nacht.

Zahlreiche Zuschauer auf der Anlage des SVBV

 

Episode 6: Das Happy End

Tatsächlich kamen die Vilser aus dem Tal der Tränen nicht so recht heraus. Fünf seiner ersten sieben Spiele verlor der SVBV in der neuen Serie. Als ihn die Führungsspitze in der Winterpause zum Gespräch bat, ahnte Meyer bereits: Seine Zeit endet. Und so kam es auch: Frank Fischer sollte im kommenden Sommer übernehmen. „Ich konnte das damals verstehen, und ich verstehe das auch noch heute. Das einzige, was ich wollte: Ich wollte die Saison sauber zu Ende spielen", blickt Meyer zurück. Seinem Wunsch kamen die Vilser Führungskräfte um Thomas Warnke und Thomas Kues, ohnehin nicht für Schnellschüsse in Trainerfragen bekannt, nach. Und sie sollten es nicht bereuen.

Denn obwohl der Aufstieg kein Thema mehr war (den sollte der SVBV unter Fischer im Jahr 2018 feiern), lief es im Pokal blendend. Dort war von einem Knacks nichts zu spüren. 29 Tore erzielten die Lilahemden auf dem Weg ins Finale in Serie. Vilsen wollte es allen zeigen. Noch ein einziges Mal. Ein Umbruch stand ohnehin bevor. Nicht nur Meyer würde gehen, auch mehrere Akteure wie Mirco Meyer oder Jan-Hendrik Schwirz hatten ihren Abschied angekündigt. Das Gesicht der Mannschaft würde sich verändern. Und so schwor sich die Truppe ein, den Pokal zum dritten Mal zu holen.

Der Gegner war – auch das zieht sich durch diese Geschichte – ein guter Bekannter: die U23 des TuS Sulingen, das Team, das Meyers SVBV 2014 die erste Finalniederlage beigebracht hatte. Kein Kreisklassist mehr, sondern zukünftiger Bezirksligist. „Sulingen hatte eine super Truppe. Wir waren der Außenseiter", sagt Meyer. Zumal das Finale in Sulingen stattfand. Auf der Anlage des FC zwar, aber ein gefühltes Heimspiel war es für den von Sascha Jäger trainierten TuS allemal.

Der gesamte Finaltag kommt Meyer noch heute vor wie ein Film. Ein guter, so viel sei verraten. „Es waren bereits pure Emotionen, überhaupt noch mal im Finale zu stehen, das alles noch mal erleben zu dürfen mit dieser Mannschaft. Es sind schon vor dem Spiel ein paar Tränchen geflossen", erinnert sich der 52-Jährige an all das, was auch abseits des Platzes auf die Mannschaft vor deren letzter gemeinsamer Partie einprasselte.

Nur wirkten die Emotionen dieses Mal nicht wie Blei an den Vilser Füßen, sondern vielmehr wie Doping. Der Außenseiter wuchs über sich hinaus. Dieses Mal biss sich Sulingen die Zähne aus. „Die Jungs haben aufopferungsvoll gekämpft, sich regelrecht füreinander zerrissen. Das war einfach durch die Bank ein geiles Spiel", schwärmt der Trainer, der in der Anfangsphase Nico Schröders kurioses Tor des Tages bejubelte: Ein Sulinger legte sich den Ball zu weit vor, der Vilser haute dazwischen und der Ball senkte sich ins Netz. Der Rest war Leidenschaft und Kampf. „Wir wollten den Sieg einfach mehr", sagt Meyer. Wie stolz er noch immer auf seine Truppe ist, ist ihm anzuhören. Das 1:0 – es war verdient. „Und dann stehst du da in Sulingen und hältst zum dritten Mal den Pokal hoch. Dann merkst du, wie besonders das ist. Da waren so viele Gefühle im Spiel, das war der Wahnsinn", sind die Erinnerungen Meyers noch sehr präsent. Die Mannschaft, die Fans, die Verantwortlichen, er selbst: Niemand hätte sich ein besseres Ende vorstellen können. Es war ein Abschied, der alles mitbrachte – eine rauschende Feier inklusive. Wie im Sportfilm aus Hollywood, nur in Realität. Und deshalb schöner. Eigentlich sei er kein Freund von Schnulzen, sagt Meyer. „Aber das Drehbuch hätte niemand besser schreiben können."

Epilog

Er selbst verschwand danach zumindest als Coach von der Bildfläche, im Sommer vor zwei Jahren machte ihm dann Patrick Tolle eine Rückkehr an die Seitenlinie beim SVBV schmackhaft. Meyers Worte zum Wiedereinstieg? Schon jetzt legendär: „Ich habe gehört, ihr wollt mal wieder den Kreispokal gewinnen!?" Der Wettbewerb wurde zwar wegen der Corona-Pandemie nicht beendet. „Aber wir waren noch dabei", sagt Meyer. Im Viertelfinale sogar. Das Endspiel war also schon wieder ganz nah. Dieses Kapitel von Meyers verrückter Pokalreise wurde jedoch nie abgeschlossen.

Dafür hat der Martfelder etwas geschafft, dass ihm in seiner ersten Amtszeit in Vilsen nicht gelungen ist: den Aufstieg in die Bezirksliga. Dieser eröffnet in Zukunft Raum für neue Geschichten. Dann im Bezirkspokal. Aus Martfelder Zeit weiß Meyer, wie man auch dort für Furore sorgt: Schließlich warf er nach dem Kreispokalsieg 1996 im Wettbewerb auf Bezirksebene ausgerechnet Bruchhausen-Vilsen raus. Rolf Krause erzielte das Siegtor. Vorbereiter war – Sie ahnen es – Jörn Meyer.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 27.02.2021

 

 

Herren 04.02.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Wenn Freund auf Freund folgt

Wer kommt danach? Diese Frage wird auch den scheidenden Coach Ben Weber beschäftigt haben. Die Lösung des SV Bruchhausen-Vilsen könnte für ihn besser nicht sein: Nachfolger Steffen Lange ist ein Kumpel von ihm.

Sie kennen sich. Sehr gut sogar. „Steffen ist ein super enger Freund von mir“, sagt Ben Weber. Steffen? Das ist Steffen Lange, der sich als Torjäger der zweiten Fußballherrenmannschaft des SV Bruchhausen-Vilsen einen Namen gemacht hat. Der SVBV ist sein Verein. Genau wie Webers. In der Zweiten haben sie jahrelang zusammengearbeitet. Im vergangenen Sommer hörte Lange auf, der Lehrer wechselte an die Seitenlinie, als Co-Trainer bei der U11 an der Seite seines Bruders Daniel. Nun zieht auch Weber einen Schlussstrich. Er legt sein Traineramt am Saisonende nieder (wir berichteten). Dafür steigt Lange wieder ein beim Kreisligisten. Der Freund folgt also auf den Freund. „Das ist die perfekte Lösung“, sagt Weber. Diesen Vorschusslorbeeren will Lange in der Serie 2021/22 gerecht werden – und baut dabei auch auf die Mannschaft.

Webers Lob ist kein Freundschaftsdienst. Es ist sportlich ehrlich gemeint. „Steffen hatte immer die Idee, Trainer zu werden. Er hat definitiv das Zeug dazu“, lobt der 24-Jährige seinen zehn Jahre älteren Nachfolger. Er habe nicht nur Fußballsachverstand, sondern auch den richtigen Charakter. Und den nötigen Ehrgeiz dazu: „Es braucht einfach einen Trainer, der Lust hat und sich genügend Zeit dafür nehmen kann, auch außerhalb der Trainingszeiten mit den Spielern zu sprechen und Gegner zu beobachten. Dafür ist Steffen genau der richtige Mann“, sagt Weber. Lust darauf hat auch er noch. Die Zeit aber ist knapp. „Mein Beruf lässt das nicht zu“, unterstreicht er. Der Auszubildende zum Veranstaltungskaufmann rechnet zwar in diesem Jahr nicht mehr mit einem vollen Eventkalender, dafür aber im kommenden. „Dann kann ich nicht garantieren, dass ich die Aufgabe als Trainer noch richtig machen kann. Das haben weder die Jungs noch der Verein verdient“, erklärt Weber.

 

Auf hohem Niveau etablieren

Sein Team übergibt er in ihm bestens bekannte Hände. Ein gutes Gefühl sei das, sagt er. Lange war Herrenspieler, als Weber als 17-Jähriger bereits bei der Zweiten trainierte. Da er noch nicht volljährig war, durfte er nicht spielen. Als Zuschauer aber konnte er Lange beobachten, den Stürmer, der die Vilser Reserve liebevoll „meine Mannschaft“ nennt. Ihr blieb er bis auf einen kurzen Abstecher zur Ersten treu. Mit ihr durchlebte er schöne, aber auch schwierige Jahre. Er war in der Hoch-Zeit in der Kreisliga A dabei, aber auch beim Abstieg bis hinunter in die 2. Kreisklasse. Nun ist die Zweite wieder am Höhepunkt angekommen. In der Kreisliga – mehr geht nicht. „Wir haben seit drei, vier Jahren wieder ambitionierte Fußballer in der Mannschaft“, nennt Lange einen Grund für den Aufschwung. Die Fußballsparte des SVBV hat nun zwei Aushängeschilder.

Langes Aufgabe wird sein, die Zweite auf dem hohen Niveau zu etablieren. Er selbst habe nicht damit gerechnet, ein Trainerkandidat zu sein. „Ich war überrascht“, gibt Lange, der von Webers Entscheidung natürlich wusste, zu. Aber er habe auch nicht viel Zeit gebraucht, um eine Entscheidung zu fällen. Die Chance, die sich ihm bot, wollte er unbedingt ergreifen.

Als Trainerneuling im Herrenbereich traut er sich die Kreisliga durchaus zu. „Aber ich weiß auch, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man sofort in dieser Liga anfangen darf“, dankt Lange, der im kommenden Jahr seine B-Lizenz machen will, dem Verein für das Vertrauen. Aus Sicht der Verantwortlichen kommt die Entscheidung für Lange allerdings nicht überraschend: Sie befördern ein Gesicht der Zweiten zum Chef. Eine interne Lösung ist bei den Lilahemden immer ein Thema.

Langes Blick auf die kommende Saison ist euphorisch. „Die Grundlagen sind sehr gut“, findet er viele Dinge vor, auf denen er aufbauen kann. Die Zweite sei mittlerweile ein Sprungbrett. „Wer sich in der Kreisliga durchsetzt, kann es auch in der Bezirksliga schaffen. Wir haben eine Durchlässigkeit im Verein. Das finde ich sehr wichtig“, kann er auch jungen Spielern Perspektiven aufzeigen. 

Aber wird er als Stürmer auch die eher defensive und auf Konter ausgerichtete Taktik übernehmen? Oder klappt er das Visier des Aufsteigers, der sich bis auf Rang drei vorgespielt hat, hoch? „Ich bin ein Freund davon, Ballbesitzfußball zu spielen. Das ist ein etwas anderer Ansatz als jetzt, aber wir haben die richtigen Jungs dafür in der Mannschaft. Alle können gut kicken“, sagt er. Er betont allerdings auch: „Man muss danach gehen, was für die Mannschaft das Beste ist.“ Sein System durchdrücken – das will er nicht.

 

Eine andere Rolle

Stattdessen will Lange seine Mannschaft mitnehmen. „Die meisten Jungs kenne ich bereits seit Jahren, und ich habe auch in dieser Saison viele Spiele gesehen“, wird es keine Probleme geben, den richtigen Zugang zu finden. Aber macht seine Nähe zur Truppe die Aufgabe nicht auch schwierig? Wenn ein Mitspieler zum Trainer aufsteigt, hat das durchaus seine Tücken. Der Coach Lange ist nicht mehr mit dem Spieler Lange zu vergleichen. Es ist eine andere, eine autoritärere Rolle, die Entscheidungen erfordert, die ein Mitspieler nicht treffen muss. Das ist Lange bewusst. Sorgen macht er sich allerdings nicht: „Wir können das schon trennen. Durch mein Alter bin ich in den letzten Jahren schon aus der Truppe herausgestochen. Ich verstehe mich mit allen gut, aber ich habe nicht einen so verwurzelten Freundeskreis innerhalb der Truppe wie zum Beispiel Ben.“

Und mit Weber als Coach hat es schließlich auch sehr gut funktioniert. „Das zeigt mir einfach auch, was das für eine super Mannschaft ist“, lobt der scheidende Trainer das Vermögen der Spieler, Sport und Privates zu trennen, so gut das eben im Amateurbereich möglich ist. Lange sieht darüber hinaus einen weiteren Vorteil: „Dadurch, dass ich ein Jahr weg war, bin ich auch ein bisschen raus aus der Mannschaft. Dieser Abstand ist ganz gut, glaube ich.“ Eng zusammenrücken, da ist er sich sicher, werden er und seine Spieler in der kommenden Saison ohnehin.

 

Irgendwann Seite an Seite?

Den Blick in die Zukunft wagt auch Weber. Wegen mehrerer Verletzungen musste er seine Laufbahn als Spieler auf dem Feld frühzeitig beenden. Mit dem Trainergeschäft dagegen hat er trotz des bevorstehenden Ausscheidens noch nicht abgeschlossen. „Ich bin noch jung, da kann noch einiges passieren“, bekräftigt er, dass eine Rückkehr zum Fußball denkbar ist. Möglicherweise wieder bei seinem SVBV – und an der Seite seines Freundes Lange. „Das“, sagt Weber, „wäre auf jeden Fall eine coole Sache.“

 

Weitere Informationen

Steffen Lange und sein ungewöhnlicher Spitzname

Die eine oder andere „Bude“ hat Steffen Lange für den SV Bruchhausen-Vilsen erzielt. Nicht umsonst galt er als Torjäger der Zweiten. Einen weiteren Beweis hat übrigens Ben Weber selbst geliefert: Denn wenn der Noch-Trainer des Kreisligisten in seinem Handy die Kontakte durchsucht, dann findet er Steffen Lange nicht etwa bei den Buchstaben L oder S. Im Gegenteil: Gespeichert ist die Nummer unter dem Namen Mario Gómez.

Richtig gelesen. Mario Gómez, Ex-Stürmer des VfB Stuttgart, des FC Bayern München und der Nationalmannschaft. „Mario Gomez ist ein kleiner Spaß zwischen uns“, verrät Weber – und schickt im Chat einen lachenden Smiley hinterher. Ein kleiner Spaß also. Und was sagt Lange dazu? „Ich finde, dass Mario Gómez ein vollkommen verkannter Stürmer ist. Er wurde oft belächelt, dabei hat er immer seine Tore gemacht.“ Nicht umsonst sei er der Bayern-Stürmer mit der drittbesten Torquote. Nur Gerd Müller und Robert Lewandowski liegen vor dem 35-Jährigen. Seine Tore, das ist nicht von der Hand zu weisen, hat auch Lange in Vilsen immer gemacht. Insofern ist eine gewisse Vergleichbarkeit da. „Mir gefällt auch der Charakter: Er ist unaufgeregt und selbstreflektiert“, bricht der eine Angreifer zudem eine Lanze für den anderen.

Gómez wurde allerdings nicht nur durch seine Tore berühmt, sondern auch durch einige Fehlschüsse. Unvergessen sein Verstolperer bei der Europameisterschaft 2008 im entscheidenden Gruppenspiel gegen Österreich, vielleicht einen Meter von der Torlinie entfernt. „Den einen oder anderen Hundertprozentigen habe ich auch drüber gehauen“, sagt Lange und schmunzelt. „Aber ich habe auch den einen oder anderen Unmöglichen weggemacht“, fügt er an. Das können eben nur echte Stürmer. Egal ob in der Bundes- oder aber in der Kreisliga.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 04.02.2021

Herren 26.01.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Lange folgt in Vilsen auf Weber

Neuer Trainer für Kreisliga-Reserve

Bruchhausen-Vilsen. Dass der SV Bruchhausen-Vilsen mit einem neuen Trainer für seine erste Herrenmannschaft in die kommenden Saison starten wird, steht bereits seit Längerem fest. Torsten Klein wird auf Patrick Tolle folgen. Jetzt machen die Lila-Hemden öffentlich, dass es auch in der zweiten Herren in der neuen Spielzeit einen Wechsel auf der Kommandobrücke geben wird. Ben Weber wird nach Angaben des Klubs aus beruflichen Gründen den Job an der Seitenlinie nicht mehr wahrnehmen können. Sein Nachfolger stammt aus den eigenen Reihen.

Den Entschluss Webers kommentiert Thomas Warnke, der erste Vorsitzende des SVBV, in einer Pressemitteilung wie folgt: „Ben ist in der Veranstaltungsbranche tätig. Ab dem Sommer kann er seine Verfügbarkeit nicht mehr garantieren. Für Ben gilt: ganz oder gar nicht. Ich habe vollstes Verständnis für seine Entscheidung.“ Bis zum Ende der laufenden Saison wird Weber mit der Mannschaft, die er bis in die Kreisliga geführt hat, alles für die Mission Klassenerhalt geben. Mit 16 Punkten aus neun Spielen belegt die SVBV-Reserve derzeit den dritten Rang. Das ist umso beachtlicher, weil das Team in der Spielzeit 2017/18 noch in der 2. Kreisklasse auf Torejagd gegangen ist. Weber und die Mannschaft hätten eine beeindruckende Leistung gezeigt, so Warnke. „Dafür bedanken wir uns schon jetzt.“

Den Nachfolger haben die Vilser in den eigenen Reihen gefunden. Anders als Klein bei der ersten Mannschaft hat der Neue bei der Zweiten definitiv Stallgeruch: Steffen Lange heißt der Neue an der Seitenlinie – und er kennt das Team aus dem Effeff: Lange hat bis vor einem Jahr selbst noch seine Schuhe für das Weber-Team geschnürt und galt als Torjäger des Teams. „Mit ihm gewinnt der SVBV einen weiteren Wunschkandidaten“, freut sich Warnke darüber, die Reserve auch in Zukunft in guten Händen zu wissen.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 26.01.2021

 

Herren 24.01.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Steffen Lange folgt auf Ben Weber

Steffen Lange folgt auf Ben Weber als Trainer unserer zweiten Herren ab der Saison 21/22

Auch in der zweiten Herren wird es in der kommenden Saison einen Trainerwechsel geben. Ben Weber wird aus beruflichen Gründen den Job an der Seitenlinie nicht mehr wahrnehmen können. Dieses teilte er dem Vorstand vor einigen Wochen mit. „Ben ist in der Veranstaltungsbranche. Ab dem Sommer kann er seine Verfügbarkeit nicht mehr garantieren. Für Ben gilt ganz oder garnicht. Ich habe vollstes Verständnis für Ben`s Entscheidung“ so Thomas Warnke. Bis zum Ende der laufenden Saison wird Ben Weber und die Zweite alles für die Mission Klassenerhalt geben. Hoffen wir, dass diese sportlich beendet werden kann. In nur einer Saison haben Ben und die zweite Herren eine beeindruckende Leistung in der Kreisliga gezeigt. Dafür bedanken wir uns schon jetzt.

 

Steffen Lange folgt auf Ben Weber

Wir freuen uns sehr, dass Steffen Lange seine Zusage gegeben hat. Steffen ist kein Unbekannter beim SVBV. Bis vor einem Jahr hat er noch seine Schuhe für die Zweite geschnürt und galt als Torjäger der Zweiten. Mit ihm gewinnt der SVBV einen weiteren Wunschkandidaten. 

 

 

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