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Herren 04.02.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Wenn Freund auf Freund folgt

Wer kommt danach? Diese Frage wird auch den scheidenden Coach Ben Weber beschäftigt haben. Die Lösung des SV Bruchhausen-Vilsen könnte für ihn besser nicht sein: Nachfolger Steffen Lange ist ein Kumpel von ihm.

Sie kennen sich. Sehr gut sogar. „Steffen ist ein super enger Freund von mir“, sagt Ben Weber. Steffen? Das ist Steffen Lange, der sich als Torjäger der zweiten Fußballherrenmannschaft des SV Bruchhausen-Vilsen einen Namen gemacht hat. Der SVBV ist sein Verein. Genau wie Webers. In der Zweiten haben sie jahrelang zusammengearbeitet. Im vergangenen Sommer hörte Lange auf, der Lehrer wechselte an die Seitenlinie, als Co-Trainer bei der U11 an der Seite seines Bruders Daniel. Nun zieht auch Weber einen Schlussstrich. Er legt sein Traineramt am Saisonende nieder (wir berichteten). Dafür steigt Lange wieder ein beim Kreisligisten. Der Freund folgt also auf den Freund. „Das ist die perfekte Lösung“, sagt Weber. Diesen Vorschusslorbeeren will Lange in der Serie 2021/22 gerecht werden – und baut dabei auch auf die Mannschaft.

Webers Lob ist kein Freundschaftsdienst. Es ist sportlich ehrlich gemeint. „Steffen hatte immer die Idee, Trainer zu werden. Er hat definitiv das Zeug dazu“, lobt der 24-Jährige seinen zehn Jahre älteren Nachfolger. Er habe nicht nur Fußballsachverstand, sondern auch den richtigen Charakter. Und den nötigen Ehrgeiz dazu: „Es braucht einfach einen Trainer, der Lust hat und sich genügend Zeit dafür nehmen kann, auch außerhalb der Trainingszeiten mit den Spielern zu sprechen und Gegner zu beobachten. Dafür ist Steffen genau der richtige Mann“, sagt Weber. Lust darauf hat auch er noch. Die Zeit aber ist knapp. „Mein Beruf lässt das nicht zu“, unterstreicht er. Der Auszubildende zum Veranstaltungskaufmann rechnet zwar in diesem Jahr nicht mehr mit einem vollen Eventkalender, dafür aber im kommenden. „Dann kann ich nicht garantieren, dass ich die Aufgabe als Trainer noch richtig machen kann. Das haben weder die Jungs noch der Verein verdient“, erklärt Weber.

 

Auf hohem Niveau etablieren

Sein Team übergibt er in ihm bestens bekannte Hände. Ein gutes Gefühl sei das, sagt er. Lange war Herrenspieler, als Weber als 17-Jähriger bereits bei der Zweiten trainierte. Da er noch nicht volljährig war, durfte er nicht spielen. Als Zuschauer aber konnte er Lange beobachten, den Stürmer, der die Vilser Reserve liebevoll „meine Mannschaft“ nennt. Ihr blieb er bis auf einen kurzen Abstecher zur Ersten treu. Mit ihr durchlebte er schöne, aber auch schwierige Jahre. Er war in der Hoch-Zeit in der Kreisliga A dabei, aber auch beim Abstieg bis hinunter in die 2. Kreisklasse. Nun ist die Zweite wieder am Höhepunkt angekommen. In der Kreisliga – mehr geht nicht. „Wir haben seit drei, vier Jahren wieder ambitionierte Fußballer in der Mannschaft“, nennt Lange einen Grund für den Aufschwung. Die Fußballsparte des SVBV hat nun zwei Aushängeschilder.

Langes Aufgabe wird sein, die Zweite auf dem hohen Niveau zu etablieren. Er selbst habe nicht damit gerechnet, ein Trainerkandidat zu sein. „Ich war überrascht“, gibt Lange, der von Webers Entscheidung natürlich wusste, zu. Aber er habe auch nicht viel Zeit gebraucht, um eine Entscheidung zu fällen. Die Chance, die sich ihm bot, wollte er unbedingt ergreifen.

Als Trainerneuling im Herrenbereich traut er sich die Kreisliga durchaus zu. „Aber ich weiß auch, dass es nicht selbstverständlich ist, dass man sofort in dieser Liga anfangen darf“, dankt Lange, der im kommenden Jahr seine B-Lizenz machen will, dem Verein für das Vertrauen. Aus Sicht der Verantwortlichen kommt die Entscheidung für Lange allerdings nicht überraschend: Sie befördern ein Gesicht der Zweiten zum Chef. Eine interne Lösung ist bei den Lilahemden immer ein Thema.

Langes Blick auf die kommende Saison ist euphorisch. „Die Grundlagen sind sehr gut“, findet er viele Dinge vor, auf denen er aufbauen kann. Die Zweite sei mittlerweile ein Sprungbrett. „Wer sich in der Kreisliga durchsetzt, kann es auch in der Bezirksliga schaffen. Wir haben eine Durchlässigkeit im Verein. Das finde ich sehr wichtig“, kann er auch jungen Spielern Perspektiven aufzeigen. 

Aber wird er als Stürmer auch die eher defensive und auf Konter ausgerichtete Taktik übernehmen? Oder klappt er das Visier des Aufsteigers, der sich bis auf Rang drei vorgespielt hat, hoch? „Ich bin ein Freund davon, Ballbesitzfußball zu spielen. Das ist ein etwas anderer Ansatz als jetzt, aber wir haben die richtigen Jungs dafür in der Mannschaft. Alle können gut kicken“, sagt er. Er betont allerdings auch: „Man muss danach gehen, was für die Mannschaft das Beste ist.“ Sein System durchdrücken – das will er nicht.

 

Eine andere Rolle

Stattdessen will Lange seine Mannschaft mitnehmen. „Die meisten Jungs kenne ich bereits seit Jahren, und ich habe auch in dieser Saison viele Spiele gesehen“, wird es keine Probleme geben, den richtigen Zugang zu finden. Aber macht seine Nähe zur Truppe die Aufgabe nicht auch schwierig? Wenn ein Mitspieler zum Trainer aufsteigt, hat das durchaus seine Tücken. Der Coach Lange ist nicht mehr mit dem Spieler Lange zu vergleichen. Es ist eine andere, eine autoritärere Rolle, die Entscheidungen erfordert, die ein Mitspieler nicht treffen muss. Das ist Lange bewusst. Sorgen macht er sich allerdings nicht: „Wir können das schon trennen. Durch mein Alter bin ich in den letzten Jahren schon aus der Truppe herausgestochen. Ich verstehe mich mit allen gut, aber ich habe nicht einen so verwurzelten Freundeskreis innerhalb der Truppe wie zum Beispiel Ben.“

Und mit Weber als Coach hat es schließlich auch sehr gut funktioniert. „Das zeigt mir einfach auch, was das für eine super Mannschaft ist“, lobt der scheidende Trainer das Vermögen der Spieler, Sport und Privates zu trennen, so gut das eben im Amateurbereich möglich ist. Lange sieht darüber hinaus einen weiteren Vorteil: „Dadurch, dass ich ein Jahr weg war, bin ich auch ein bisschen raus aus der Mannschaft. Dieser Abstand ist ganz gut, glaube ich.“ Eng zusammenrücken, da ist er sich sicher, werden er und seine Spieler in der kommenden Saison ohnehin.

 

Irgendwann Seite an Seite?

Den Blick in die Zukunft wagt auch Weber. Wegen mehrerer Verletzungen musste er seine Laufbahn als Spieler auf dem Feld frühzeitig beenden. Mit dem Trainergeschäft dagegen hat er trotz des bevorstehenden Ausscheidens noch nicht abgeschlossen. „Ich bin noch jung, da kann noch einiges passieren“, bekräftigt er, dass eine Rückkehr zum Fußball denkbar ist. Möglicherweise wieder bei seinem SVBV – und an der Seite seines Freundes Lange. „Das“, sagt Weber, „wäre auf jeden Fall eine coole Sache.“

 

Weitere Informationen

Steffen Lange und sein ungewöhnlicher Spitzname

Die eine oder andere „Bude“ hat Steffen Lange für den SV Bruchhausen-Vilsen erzielt. Nicht umsonst galt er als Torjäger der Zweiten. Einen weiteren Beweis hat übrigens Ben Weber selbst geliefert: Denn wenn der Noch-Trainer des Kreisligisten in seinem Handy die Kontakte durchsucht, dann findet er Steffen Lange nicht etwa bei den Buchstaben L oder S. Im Gegenteil: Gespeichert ist die Nummer unter dem Namen Mario Gómez.

Richtig gelesen. Mario Gómez, Ex-Stürmer des VfB Stuttgart, des FC Bayern München und der Nationalmannschaft. „Mario Gomez ist ein kleiner Spaß zwischen uns“, verrät Weber – und schickt im Chat einen lachenden Smiley hinterher. Ein kleiner Spaß also. Und was sagt Lange dazu? „Ich finde, dass Mario Gómez ein vollkommen verkannter Stürmer ist. Er wurde oft belächelt, dabei hat er immer seine Tore gemacht.“ Nicht umsonst sei er der Bayern-Stürmer mit der drittbesten Torquote. Nur Gerd Müller und Robert Lewandowski liegen vor dem 35-Jährigen. Seine Tore, das ist nicht von der Hand zu weisen, hat auch Lange in Vilsen immer gemacht. Insofern ist eine gewisse Vergleichbarkeit da. „Mir gefällt auch der Charakter: Er ist unaufgeregt und selbstreflektiert“, bricht der eine Angreifer zudem eine Lanze für den anderen.

Gómez wurde allerdings nicht nur durch seine Tore berühmt, sondern auch durch einige Fehlschüsse. Unvergessen sein Verstolperer bei der Europameisterschaft 2008 im entscheidenden Gruppenspiel gegen Österreich, vielleicht einen Meter von der Torlinie entfernt. „Den einen oder anderen Hundertprozentigen habe ich auch drüber gehauen“, sagt Lange und schmunzelt. „Aber ich habe auch den einen oder anderen Unmöglichen weggemacht“, fügt er an. Das können eben nur echte Stürmer. Egal ob in der Bundes- oder aber in der Kreisliga.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 04.02.2021

Herren 26.01.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Lange folgt in Vilsen auf Weber

Neuer Trainer für Kreisliga-Reserve

Bruchhausen-Vilsen. Dass der SV Bruchhausen-Vilsen mit einem neuen Trainer für seine erste Herrenmannschaft in die kommenden Saison starten wird, steht bereits seit Längerem fest. Torsten Klein wird auf Patrick Tolle folgen. Jetzt machen die Lila-Hemden öffentlich, dass es auch in der zweiten Herren in der neuen Spielzeit einen Wechsel auf der Kommandobrücke geben wird. Ben Weber wird nach Angaben des Klubs aus beruflichen Gründen den Job an der Seitenlinie nicht mehr wahrnehmen können. Sein Nachfolger stammt aus den eigenen Reihen.

Den Entschluss Webers kommentiert Thomas Warnke, der erste Vorsitzende des SVBV, in einer Pressemitteilung wie folgt: „Ben ist in der Veranstaltungsbranche tätig. Ab dem Sommer kann er seine Verfügbarkeit nicht mehr garantieren. Für Ben gilt: ganz oder gar nicht. Ich habe vollstes Verständnis für seine Entscheidung.“ Bis zum Ende der laufenden Saison wird Weber mit der Mannschaft, die er bis in die Kreisliga geführt hat, alles für die Mission Klassenerhalt geben. Mit 16 Punkten aus neun Spielen belegt die SVBV-Reserve derzeit den dritten Rang. Das ist umso beachtlicher, weil das Team in der Spielzeit 2017/18 noch in der 2. Kreisklasse auf Torejagd gegangen ist. Weber und die Mannschaft hätten eine beeindruckende Leistung gezeigt, so Warnke. „Dafür bedanken wir uns schon jetzt.“

Den Nachfolger haben die Vilser in den eigenen Reihen gefunden. Anders als Klein bei der ersten Mannschaft hat der Neue bei der Zweiten definitiv Stallgeruch: Steffen Lange heißt der Neue an der Seitenlinie – und er kennt das Team aus dem Effeff: Lange hat bis vor einem Jahr selbst noch seine Schuhe für das Weber-Team geschnürt und galt als Torjäger des Teams. „Mit ihm gewinnt der SVBV einen weiteren Wunschkandidaten“, freut sich Warnke darüber, die Reserve auch in Zukunft in guten Händen zu wissen.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 26.01.2021

 

Herren 24.01.2021 von Thomas Warnke

2. Herren: Steffen Lange folgt auf Ben Weber

Steffen Lange folgt auf Ben Weber als Trainer unserer zweiten Herren ab der Saison 21/22

Auch in der zweiten Herren wird es in der kommenden Saison einen Trainerwechsel geben. Ben Weber wird aus beruflichen Gründen den Job an der Seitenlinie nicht mehr wahrnehmen können. Dieses teilte er dem Vorstand vor einigen Wochen mit. „Ben ist in der Veranstaltungsbranche. Ab dem Sommer kann er seine Verfügbarkeit nicht mehr garantieren. Für Ben gilt ganz oder garnicht. Ich habe vollstes Verständnis für Ben`s Entscheidung“ so Thomas Warnke. Bis zum Ende der laufenden Saison wird Ben Weber und die Zweite alles für die Mission Klassenerhalt geben. Hoffen wir, dass diese sportlich beendet werden kann. In nur einer Saison haben Ben und die zweite Herren eine beeindruckende Leistung in der Kreisliga gezeigt. Dafür bedanken wir uns schon jetzt.

 

Steffen Lange folgt auf Ben Weber

Wir freuen uns sehr, dass Steffen Lange seine Zusage gegeben hat. Steffen ist kein Unbekannter beim SVBV. Bis vor einem Jahr hat er noch seine Schuhe für die Zweite geschnürt und galt als Torjäger der Zweiten. Mit ihm gewinnt der SVBV einen weiteren Wunschkandidaten. 

 

 

Herren 15.01.2021 von Thomas Warnke

1. Herren: Zwei Pläne in der Schublade: So kann es weitergehen in den Bezirksligen

Vor Ostern wird es wohl nichts mit einer Saisonfortsetzung. Abgeschrieben ist die Spielzeit aber noch nicht. Zwei Varianten hat der Bezirk Hannover nun vorgestellt. Ein Problem: die Vorbereitungszeit.

Amateurfußball im Jahr 2021 – das gleicht einem Blick in die Glaskugel. Wann zum Beispiel die Bezirksligisten aus dem Diepholzer Nordkreis wieder auf dem Platz stehen und um Punkte spielen werden, konnte ihnen am Mittwochabend niemand genau sagen. Auch nicht die Verantwortlichen des NFV-Bezirks Hannover um den ersten Vorsitzenden August-Wilhelm Winsmann und seinen Stellvertreter und Spielausschuss-Chef Thorsten Schuschel. Perspektiven, wie es weitergehen kann, zeigten sie den Vertretern der insgesamt 79 Bezirksligisten beim virtuellen Treffen allerdings durchaus auf.

Zwei Varianten stellte Schuschel vor, wobei schnell deutlich wurde: An einen schnellen Start ist für die Fußballer nicht zu denken. Ende März, Anfang April – auf eine frühere Rückkehr in den Punktspielbetrieb brauchen sich die Kicker unter anderem der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, des SV Bruchhausen-Vilsen, des TuS Sudweyhe, des SC Twistringen, des SV Heiligenfelde, des TSV Bassum, des TV Stuhr und des TSV Okel nicht einzustellen.

Die erste der beiden Varianten sieht vor, dass die Vorrunde ab dem 21. März oder spätestens 10. April beginnt, normal beendet wird und dann die Auf- und Abstiegsrunden folgen. Sprich: Die Saison wird komplett zu Ende gespielt. Keine Partie würde ausfallen. Die Nordkreis-Klubs müssten vor der Aufteilung noch fünf mal ran. Falls der erste Plan nicht zu halten sein sollte, tritt die Alternative in Kraft: Demnach werden die Qualifikationsrunden abgebrochen, es geht sofort mit Auf- und Abstiegsrunden weiter. Die Plätze werden nach der Quotientenregel vergeben. In der Staffel mit den Nordkreis-Mannschaften braucht jetzt allerdings niemand vorschnell den Taschenrechner zu zücken: Alle Teams haben neun Begegnungen ausgetragen. Das jetzige Tabellenbild wäre also auch das endgültige. Demnach würden die beiden Aufsteiger Seckenhausen und Vilsen in die Aufstiegsrunde gehen.

Eine sportliche Lösung ist also der Königsweg für den Bezirk. Die große Frage, die die Trainer beschäftigt: Ist diese überhaupt möglich? „Ich finde es gut, dass wir zumindest einen Zieltermin haben“, sagt Benjamin Jacobeit, gemeinsam mit Sven Helms für den TuS Sudweyhe verantwortlich. Etwas, auf das man den Fokus richten kann, auch wenn natürlich nicht klar ist, ob Plan A oder B überhaupt einzuhalten sind. „Alles ist schwammig“, fasst Torsten Klein, Trainer des TSV Bassum, die Gesamtsituation zusammen. Ein Vorwurf sei das nicht, ergänzt er. „Mehr ist im Moment auch nicht möglich. Man kann nur abwarten.“ Er wundere sich allerdings darüber, dass ein Abbruch nicht groß thematisiert wurde. Der Bezirk sei aber auch noch nicht unter Zugzwang. An einen Neustart im März und auch im April mag Klein allerdings nicht glauben. Und auch Seckenhausens Coach Iman Bi Ria hält den Mai für wahrscheinlicher. Dann würde es mit Sicht auf beide Modelle eng werden.

Einig sind sich die Trainer darin, dass eine zweiwöchige Vorbereitungszeit zu kurz ist. „Nach vielen Monaten Pause brauchen wir mehr Zeit. Da geht es um Bewegungsabläufe, um Koordination, um Balance und Zweikampfverhalten. Da muss man erst wieder reinkommen“, sagt Jacobeit und befürchtet einige Verletzte. Ähnliche Sorgen macht sich Bi Ria, vor allem mit Blick auf die erste Variante: „Zwei Wochen Vorbereitung für 14 Spiele. Da mache ich mir Sorgen um die Gesundheit der Spieler.“ Die große Bedeutung der Spiele erhöhe das Risiko sogar noch. Unter diesem Gesichtspunkt könne man besser die Vorrunde abbrechen und mit mehr Vorbereitungszeit in die Auf- und Abstiegsrunden starten, findet er.

Die Seckenhauser sagen das als Spitzenreiter natürlich aus einer entspannten Position heraus. Die Sudweyher etwa würden bei Variante B dagegen keine Chance mehr auf die Aufstiegsrunde haben und sie wegen eines Punktes verpassen. Natürlich wäre das bitter, sagt Jacobeit. Aus sportlicher Sicht sogar das Worst-Case-Szenario. Aber allein darum geht es schon lange nicht mehr. "Letztendlich sage ich: Lasst uns einfach Fußball spielen, wenn es wieder möglich ist.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 15.01.2021

Herren 19.11.2020 von Thomas Warnke

1. Herren: Vilsens Raketenstarter

Neuzugänge im Check: Hauke Wortmann hat sich beim SV Bruchhausen-Vilsen auf Anhieb etabliert

Bruchhausen-Vilsen. Er kam als ein Versprechen für die Zukunft. Von einem Spieler, der in der A-Jugend-Bezirksliga in zehn Spielen zehn Tore erzielte und im selben Jahr in der 2. Kreisklasse der Herren in zwölf Begegnungen 13 Mal erfolgreich war, durfte sich der SV Bruchhausen-Vilsen durchaus etwas erwarten. Aber wie es dann für Hauke Wortmann und die Lilahemden in der Bezirksliga gelaufen ist, das dürfte beide Seiten überrascht haben. Der 19-jährige Angreifer ist nämlich zu mehr geworden als ein Spieler mit sehr vielversprechender Perspektive. Er ist Stammspieler, Pressingmaschine und Torschütze in Personalunion. Ein Glücksgriff also für den frechen Aufsteiger.

Wobei der Begriff Glücksgriff nur auf den ersten Blick stimmt. Denn die Vilser wussten sehr genau, wen sie sich da ins Boot holten. Wortmann hatte schließlich bereits mit einem Großteil der Mannschaft in der A-Jugend zusammengespielt. „Das war definitiv ein Grund für mich, wieder nach Vilsen zu kommen. Ich kannte die meisten Spieler bereits“, verrät Wortmann, der keine lange Zeit der Eingewöhnung benötigte. Denn auch der Stil von Trainer Patrick Tolle war ihm bestens bekannt. „In der A-Jugend haben wir bereits miteinander gearbeitet, deshalb wollte ich ihn jetzt unbedingt wieder trainieren“, hatte der Coach das Sturmtalent immer im Blick und verfolgte die Entwicklung genau. Schließlich wusste Tolle, der sein Traineramt am Ende der Saison an Torsten Klein abgibt, was er von dem jungen Mann erwarten konnte.

Da ist zum einen das Tempo, das Wortmann mitbringt. „Hauke ist eine absolute Rakete. Ich kenne keinen viel Besseren in seiner Jahrgangsstufe“, sagt Tolle. Ein größeres Lob gibt es kaum, zumal Tolle etliche Jahre lang Jugendtrainer war und damit einen guten Überblick über die Talente der Region hat. Unbegründet ist seine Einordnung also nicht. Einen Antritt und eine Endgeschwindigkeit wie die des 19-Jährigen gibt es in der Bezirksliga kaum ein zweites Mal. Wortmann passt perfekt zum Spiel der Brokser, die nach Ballgewinnen zum Beispiel über Moritz Warnke oder auch Chedli Belkhir in höchstem Tempo zum Gegenangriff übergehen können. Wenn Wortmann Platz bekommt, dann ist er kaum zu bremsen.

Doch nicht nur das zeichnet den Angreifer aus, der in jedem der neun Pflichtspiele in der Startelf stand. „Hauke ist für sein Alter auch mental ein sehr starker Spieler“, schwärmt Tolle davon, dass der Angreifer voller Selbstvertrauen auftritt und sich auch von teilweise deutlich erfahreneren und robusteren Gegenspielern nicht unterkriegen lässt. „Seine Siegermentalität tut uns gut“, findet der Trainer.

In der Vorbereitung in Höchstform

Wortmann hat seinen Teil dazu beigetragen, dass sich Vilsen auf seine Stärken konzentrieren kann und sich nicht nach dem Gegner richten muss. Ein gewaltiger und vor allem alles andere als alltäglicher Pluspunkt für einen Aufsteiger. „Dass es so gut für uns läuft, hatte ich wahrlich nicht erwartet“, sagt das Talent.

Und auch sich selbst hatte es nicht unbedingt von Beginn an in einer derart tragenden Rolle gesehen. Dass es menschlich passen würde, daran bestand kaum ein Zweifel. Dass es auch sportlich derart ohne Anlaufschwierigkeiten harmoniert, war eine Hoffnung gewesen, die sich schnell sogar übererfüllte. „Schon die Vorbereitung war mega“, fasst Tolle kurz, aber prägnant zusammen, was Wortmann ab August aufs Feld brachte. Gegen den Kreisligisten TSV Weyhe-Lahausen erzielte er das erste Tor der Vilser Saison – und hatte von da an einen Lauf mit dem Doppelpack beim 2:1-Sieg gegen den Landesligisten TSV Etelsen als Höhepunkt.

„Ich war einfach ziemlich motiviert und hatte eine super Vorbereitung gespielt. Es tat mir gut, dass ich sofort getroffen habe“, erklärt Wortmann seinen Raketenstart im Vilser Dress. „Es lief perfekt, auch weil ich überhaupt keine Probleme mit Verletzungen hatte.“ Tolle kam an seinem Stürmer zum Start der Pflichtspiele nicht vorbei – und wollte das auch gar nicht. Beim 3:8 in Sudweyhe erzielte der 19-Jährige seinen ersten Saisontreffer und legte wenige Tage später seinen zweiten nach. Sein Tor in Stuhr bescherte den Vilsern drei Punkte. Seitdem wartet der junge Offensivmann aber auf ein Erfolgserlebnis. „Natürlich würde ich am liebsten in jedem Spiel treffen, aber für mich ist in erster Linie wichtig, dass wir unsere Spiele gewinnen“, stellt er den Erfolg des Teams über die persönliche Trefferquote.

Dass seine Aussage mehr als eine Floskel ist, beweist Wortmann Partie für Partie. „Er arbeitet viel nach hinten, presst gut und erobert viele Bälle“, schätzt Tolle ihn für den immensen Aufwand, den er betreibt. „Körperlich ist der Herrenbereich natürlich härter als die Jugend“, hat Wortmann erfahren. Verändert habe sich aber auch das Tempo. „Das Spiel ist wesentlich schneller als noch in der 2. Kreisklasse, in der ich mit Schwarme gespielt habe. Ich muss defensiv mehr mitarbeiten. Aber das macht mir nichts aus.“

Ohnehin muss er flexibel sein, mal mehr über den Flügel, mal mehr durchs Zentrum kommen. „Ich spiele schon am liebsten zentral. Aber die eine, perfekte Rolle gibt es für mich nicht“, sagt der Angreifer. Das wird sein Trainer gern hören. Er dürfte nach dem Neustart der Liga weiter auf Wortmann bauen. Dass er eine Bereicherung ist, das hat der Rohdiamant schließlich innerhalb kürzester Zeit bewiesen.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 19.11.2020

Herren 18.11.2020 von Thomas Warnke

1. Herren: Pinzer hat sich seine Chance erarbeitet

Glatt lief es nach seiner Rückkehr nach Vilsen für Benjamin Pinzer zunächst nicht. Er verletzte sich, stand dann etwas in der zweiten Reihe. Dann aber erkämpfte er sich seine Chance im Training.

Bruchhausen-Vilsen. Benjamin Pinzer war in der vergangenen Saison bereits dort, wo seine jetzigen Mitspieler vom SV Bruchhausen-Vilsen unbedingt hinwollten: in der Bezirksliga. Mit dem TSV Okel zeigte er, wie ein Aufsteiger in der siebthöchsten Spielklasse bestehen kann. Nun ist Pinzer wieder ein Brokser – und spielt mit seiner Mannschaft erfolgreicher als noch im Vorjahr mit dem TSV. Nur der eigene Beitrag könnte größer sein.

Nein, eine wirklich tragende Rolle nimmt Pinzer bei den Vilsern noch nicht ein. Vier von neun Spielen hat er bestritten, zweimal stand er in der Startelf, zweimal kam er von der Bank. „Am Anfang hat mich eine Zerrung zurückgeworfen“, hatte der Rückkehrer Verletzungspech, als es darum ging, sich für die Stammplätze zu positionieren. Und später hatte Trainer Patrick Tolle wenig Gründe, seine Startformation zu verändern. Es lief rund beim Aufsteiger und Tabellenzweiten. „Das muss man dann auch so respektieren“, sagt Pinzer, der um die Konkurrenz in der Offensive, die er am besten über die linke Außenbahn verstärkt, weiß: „Wir sind da eben auch sehr gut besetzt.“ Ein Gespräch mit Tolle suchte er dennoch. Der Trainer gab ihm einen Tipp: Er solle sich im Training anbieten, sich dort zerreißen, auf sich aufmerksam machen. Und das tat Pinzer. „Benni hat sich nie hängen lassen“, lobt der Coach den 20-Jährigen, der bissig blieb und auf seine Chance lauerte. Die verdiente er sich und stand – ausgerechnet – beim Auswärtsspiel in Okel das erste Mal von Beginn auf dem Platz. Und traf gegen den Ex-Klub, dem er im Vorjahr wegen diverser Verletzungen so oft gefehlt hatte, nach wenigen Minuten zur Führung. „Richtig gefreut habe ich mich nicht“, verrät Pinzer.

Gegen Twistringen in der Startelf

Für ihn selbst war das Tor dennoch ganz wichtig. „Dadurch bin ich wieder so richtig angekommen in Vilsen“, findet er. Gegen Bassum kam er danach noch einmal von der Bank, zum Abschluss beim 3:3 gegen Twistringen stand er von Beginn an auf dem Platz und war Teil der verrückten Aufholjagd nach dem 0:3-Rückstand. „Ich denke, wir alle haben bislang keinen schlechten Eindruck hinterlassen“, sagt er mit Blick auf die derzeit unterbrochene Serie.

So soll es weitergehen, wenn der Ball wieder rollt. Dann will auch Pinzer wieder in der Startelf stehen. Deshalb hält er sich mit Ausdauerläufen und täglichen Workouts fit. „Ich will noch mehr Spielzeit bekommen“, nennt er sein persönliches Ziel. „Und mit der Mannschaft noch mehr Spiele gewinnen.“ Tolle stellt dem 20-Jährigen jedenfalls weitere Einsätze in Aussicht: „Benni hat den nötigen Ehrgeiz. Er hat sich immer mehr rangearbeitet ans Team.“ Weiterhin gilt: Pinzer muss da sein, wenn sich die Chance bietet.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 18.11.2020

Herren 27.10.2020 von Thomas Warnke

1. Herren: Der Dirigent des Comebacks

Vilsens Spiel in Twistringen schien bereits im ersten Durchgang verloren. Doch mit dem Kapitän kam die Wende. Jan-Christoph Kornau war ein Grund dafür, dass sich der SVBV noch einen Zähler sicherte.

Er kam in ein Spiel, das eigentlich schon entschieden war. Wohl niemand auf der Sportanlage des SC Twistringen beneidete Jan-Christoph Kornau um seine Jokerrolle, betrat er doch bei einem 0:3-Zwischenstand seines SV Bruchhausen-Vilsen den Platz. Doch dann wurde der 24-Jährige zum Schlüsselspieler: Er stabilisierte seine Mannschaft und dirigierte sie aus der Innenverteidigerposition heraus zum nicht mehr für möglich gehaltenen 3:3-Unentschieden.

Nicht mehr für möglich gehalten? Kornau sieht das ein bisschen anders: „Uns darf man nie abschreiben. Dafür haben wir zu viele gute Jungs in der Mannschaft, die man nicht einfach klein kriegt“, findet der Kapitän. Doch er gibt auch zu, „dass nicht davon auszugehen war, dass wir das Ruder noch einmal herumreißen können“. Daran hatte Kornau selbst einen großen Anteil. Er gab dem Team Halt.

Der hatte den Broksern zuvor gefehlt. So stark sie in den Wochen zuvor verteidigt hatten – in der Delmestadt fehlten ihnen Ordnung und Zweikampfstärke. Vor allem Alexander Kues hatte einen gebrauchten Tag erwischt. „Ich musste ihn und die Mannschaft schützen“, erklärte Trainer Patrick Tolle nach der frühen Auswechslung des Blondschopfes, der kurz vor einem Platzverweis stand. Gerade war das 0:3 gefallen, Vilsen schien auf ein Debakel zuzusteuern.

Doch dann kam Kornau. Mit ihm wendete sich das Blatt. „Das waren wir auch unseren Fans schuldig“, fand der Eingewechselte. Einige Vilser hatten sich sogar mit einem Bus auf den Weg gemacht. „Da wäre es peinlich gewesen, wenn wir uns hätten abschießen lassen“, wusste Kornau. Er war vor allem stolz darauf, mit dem Comeback ein Signal gesendet zu haben: „Es wird oft gemunkelt, dass wir uns in den entscheidenden Momenten einscheißen, auf gut Deutsch gesagt. Aber wir haben gezeigt, dass wir uns nicht aufgeben.“

Kornau übernimmt Verantwortung

Dass sich die Gäste nicht geschlagen geben, lag auch am Kapitän. „Die Mannschaft hat mir mit diesem Amt auch Vertrauen geschenkt. Ich bin bereit, vorwegzugehen und ein Spiel an mich zu reißen“, sagt Kornau. In Twistringen brauchte es einen Typen wie ihn. Er richtete seine Mitspieler wieder auf. Den zweiten Kapitän Moritz Warnke zum Beispiel. „Moritz machte nicht sein bestes Spiel. In den Wochen davor aber war er herausragend. Jetzt war es mal an uns, für ihn da zu sein.“ Kornau packte an, half, wo er nur konnte, und sah, wie sein Team noch vor der Pause wieder herankam. „Das Tor von Chedli (Belkhir, Anm. d. Red.) war ganz wichtig für uns. Wir saßen danach in der Kabine und waren alle extrem heiß. Jeder hat daran geglaubt, dass wir den Punkt noch holen können. Wir haben gespürt, dass Twistringen Probleme hat. Und wir sind vorne sehr stark. Alle haben großen Respekt vor Hauke (Wortmann, Anm. d. Red.) und Chedli. Das haben wir genutzt.“ Kornau selbst agierte in den Zweikämpfen und in der Spieleröffnung stark und trug darüber hinaus einen Treffer zum Remis bei. Nachdem Belkhir im Strafraum zu Fall gekommen war, übernahm er Verantwortung und verwandelte den Elfmeter zum 2:3. Vertrauen gerechtfertigt. Das galt nicht nur für diese Szene, sondern für das gesamte Spiel, das dank Böschens Ausgleichstor ein gerechtes Ende fand.

„Wir können stolz sein“, findet Kornau und bezieht in diese Aussage die gesamte Saison mit ein. Der Aufsteiger ist ein Kandidat für die Meisterrunde. Vor allem, weil es innerhalb des Teams passt und der Verein der Mannschaft Zeit gegeben hat, sich zu entwickeln. „Als wir aus der Bezirksliga abgestiegen sind, waren wir noch sehr jung. Jetzt sind wir ein bisschen reifer und haben gute Neuzugänge dazu bekommen wie Hauke Wortmann oder Benjamin Pinzer“, erklärt Kornau. Dass Coach Tolle am Ende der Saison geht, hat das Team nicht aus der Bahn geworfen. „Wir wollen Patrick einen guten Abschied bescheren“, unterstreicht der 24-Jährige. Dafür wird er alles geben, selbst wenn er wie in Twistringen von der Bank kommt. Eigentlich will der Kapitän lieber starten. Nach einem Muskelfaserriss verlor er jedoch seinen Stammplatz. „Es gab keinen Grund, die Mannschaft wieder umzubauen. Wir haben ja sehr erfolgreich gespielt. Und dann ist es als Kapitän wichtig, nicht zu stänkern“, ordnet er seine Rolle dem Teamerfolg unter. Dennoch sei er froh gewesen, mal wieder mehr Spielzeit zu bekommen. Genutzt für eine Empfehlung hat er sie allemal.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 27.10.2020

Herren 26.10.2020 von Thomas Warnke

1. Herren: Ein wilder Ritt

Twistringen führt im Spitzenspiel gegen Vilsen bereits 3:0, doch die Gäste schaffen das Comeback

Twistringen. Ob es für beide Mannschaften das vorerst letzte Spiel war? Sowohl Uwe Küpker, Trainer des SC Twistringen, als auch Patrick Tolle, Coach des SV Bruchhausen-Vilsen, äußerten diese Vermutung. Sollten beide Recht behalten, können sie zumindest behaupten, sich mit einem denkwürdigen Bezirksliga-Spiel in die Pause verabschiedet zu haben: Beim 3:3 (3:1)-Unentschieden führten die Gastgeber bereits mit 3:0, doch den Gästen gelang ein tolles Comeback. Am Ende hätten beide Teams den wilden Ritt für sich entscheiden können.

Rein tabellarisch stand der Zähler den Broksern gut zu Gesicht, verteidigten sie doch Rang zwei gegen einen direkten Konkurrenten. Auch aus moralischer Sicht konnte die Tolle-Elf sicherlich besser mit dem Ergebnis leben. „Ich habe den Jungs in der Kabine gesagt, dass sie etwas Großes schaffen können. Ein 0:3 haben wir noch nie aufgeholt“, sagte der Coach. Dass dieses Unterfangen gelingen könnte, hatte sich bereits vor dem Seitenwechsel angedeutet. Denn nach dem 0:3 zeigten die Vilser eine Trotzreaktion und kamen durch Chedli Belkhir zum wichtigen ersten Treffer (43.).

Bis dato war gar nichts nach Plan verlaufen. „Wir waren überhaupt nicht in den Zweikämpfen“, erkannte Tolle ein entscheidendes Problem, das die Twistringer mit den Debütanten Aaron Djulic und Enrico Müller prompt nutzten: Lennart Bors traf doppelt. Zunächst verschaffte er sich robust gegen Mathis Mann Platz und überwand Maximilian Kues (19.). „Für mich ein klares Foul. Er geht nur in den Mann“, fand Vilsens Dennis Böschen. Beim zweiten Gegentreffer legte Marten Köhler den Ball unglücklich in Bors’ Lauf, und der SCT-Kapitän bedankte sich (24.). Und es kam noch besser für die Twistringer: Lüder Uhlhorn eroberte den Ball gegen Alexander Kues, der sich nur noch mit einem Foul zu helfen wusste – Strafstoß. Hannes Fortkamp verwandelte zum 3:0 und damit zur vermeintlichen Vorentscheidung (31.). „Es war in den ersten 30 Minuten ein super Spiel von uns“, fasste Küpker das Geschehen aus Sicht der Blaumeisen zusammen.

Doch der SVBV war noch nicht besiegt und knüpfte nach der Pause an die Leistung von vor dem Seitenwechsel an. Der Druck wuchs immer weiter: Hauke Wortmann (46.) und Belkhir (47.) untermauerten die Offensivambitionen, Jannik Blome verhinderte zweimal das zweite Tor (49.). Twistringen kam nicht zur Ruhe, der zweite Gegentreffer durch Jan-Christoph Kornaus Foulelfmeter schien schon fast überfällig (52.). Allerdings hatte keine Blaumeise ein Vergehen an Belkhir gesehen. „Sogar Vilsens Bank hat gelacht“, hatte der gesperrte Philipp Meyer beobachtet.

Den Eifer der Brokser befeuerte das Tor nur noch mehr. Und sie legten prompt nach: Böschen veredelte Belkhirs Vorarbeit (56.) – das 3:3. Und es war noch viel Zeit, die Partie komplett zu drehen. „Wir hätten es sogar packen können“, sagte Tolle mit Blick darauf, dass seine Elf weiter drückte. Oder wie er es sagte: „Die Jungs haben sich zerrissen und alles rausgehauen.“ Angeführt wurden sie von Kornau, der nach seiner frühen Einwechslung für den platzverweisgefährdeten Alexander Kues die Sicherheit ins Vilser Spiel zurückbrachte. „Er hat Verantwortung übernommen und als junger Kerl das Spiel geleitet“, lobte der Coach seinen Verteidiger.

Dass er das Ergebnis am Ende als gerecht bezeichnete, lag auch daran, dass sich die Twistringer wieder sammelten. Die letzte Chance des Spiels besaßen sogar die Gastgeber, doch Nico von Weihe konnte den Ball per Kopf nicht mehr entscheidend drücken (87.). Es wäre der verrückte Schlusspunkt einer irren Partie gewesen. „Wir hätten gerne gewonnen, aber wenn man das ganze Spiel betrachtet, geht das Ergebnis schon so in Ordnung“, fand Küpker. Zumal das Resultat seiner Elf alle Chancen für die Meisterrunde offen hält. „Das hätten uns die meisten vor der Saison nicht zugetraut.“ Als sich die Nerven so langsam beruhigt hatten, fand SCT-Co-Trainer Michael Schultalbers die wohl besten Worte für das Spiel: „Das war Werbung für den Fußball.“

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 26.10.2020

Herren 26.10.2020 von Thomas Warnke

2. Herren: Vilsen beendet Negativlauf

Barrien. Im Aufsteigerduell der Kreisliga Diepholz hat der TSV Barrien auf eigenem Platz eine 1:2 (0:0)-Niederlage gegen den SV Bruchhausen-Vilsen II hinnehmen müssen. TSV-Trainer Daniele Guerra sparte dennoch nicht mit Lob, hatte er doch vor der Begegnung große Personalprobleme zu lösen: „Die Hälfte meiner Mannschaft wollte aus Sorge vor dem Corona-Virus gar nicht antreten, wir haben Herren aus der Ü40 überredet“, klärte der Coach auf. „Dieses Team hat riesig gekämpft und alles versucht.“ Die Vilser haben sich mit dem Sieg nach zuvor vier Spielen ohne Dreier im Meisterrundenrennen zurückgemeldet.

Im ersten Durchgang waren die Gastgeber sogar torgefährlicher, allen voran Nils Petersen, der in der 25. Minute allein auf Vilsens Keeper Tobias Stuwe zulief. Das Leder brachte er am Torwart, aber auch am Tor vorbei. Auf der Gegenseite musste Oldie Karsten Köitsch im TSV-Kasten nur einmal sein Können gegen Nico Schröder aufblitzen lassen, bereinigte die Eins-gegen-eins-Situation aber gelassen.

Nach der Pause wechselte SV-Coach Ben Weber mit Christian Mewes und Sören Schweers reichlich Offensivpower ein. Prompt kamen die Gäste besser in die Partie, erarbeiteten sich Standardsituationen – und nutzten sie auch. Fast eine Stunde war gespielt, da brachte Luca-Ole Rother einen Eckball gefährlich vors Tor, Arsen Orzjan stieg hoch und köpfte das Spielgerät unhaltbar zum 1:0 (59.) in die Maschen. Wenige Minuten später nahezu die gleiche Aktion: Wieder servierte Rother einen Eckball auf Orzjan, der diesmal jedoch per Kopf auf Christian Mewes verlängerte, der am zweiten Pfosten lauerte und den Ball zum 2:0 (66.) über die Linie drückte.

Nach feinem Doppelpass mit Marvin Glander verkürzte Marc Behrens kurz vor Schluss zwar noch auf 1:2 (82.), für einen Punktgewinn reichte es nicht mehr. „Wir haben unsere Niederlagenserie beendet“, atmete Gäste-Coach Ben Weber nach dem Abpfiff durch. „Nicht mit der besten Leistung, aber wir haben gut gearbeitet.“

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 26.10.2020

Herren 19.10.2020 von Thomas Warnke

2. Herren: Daniel Koch wird zum Matchwinner für Sudweyhe II

Sudweyhes Zehner markiert in der Schlussphase beide Tore für die Gäste. Vilsens Treffer fällt zu spät.

Bruchhausen-Vilsen. Im Spitzenspiel der Kreisliga Diepholz Nord hat sich der TuS Sudweyhe II beim SV Bruchhausen-Vilsen II knapp mit 2:1 (0:0) durchgesetzt. Daniel Koch sorgte mit seinem Doppelpack für drei weitere Punkte aufseiten des TuS. Bis kurz vor Schluss sah es nach einem 0:0-Unentschieden aus, doch mit einem Distanzschuss lenkte Koch das Spiel in Richtung der Gäste.

Vilsen agierte zunächst aus einer gut gestaffelten Defensive heraus und wollte den Sudweyhern das Spiel überlassen. Auf beiden Seiten passierte lange Zeit wenig. Erst nach 43 gespielten Minuten gab es die erste Großchance der Begegnung. Der Gastgeber brach über die rechte Seite durch und kam in eine gute Abschlussposition, doch Sudweyhes Schlussmann Kevin Rajes war zur Stelle. Direkt danach waren die Vilser erneut alleine durch. Stürmer Nico Schröder stand frei vor dem Tor und scheiterte am Innenpfosten. „Wir haben nicht so richtig den Weg zum Tor gefunden. Bei dem schmalen Platz war es sehr schwer, flach in die Tiefe zu kommen. Dann kamen noch einige Fehler dazu. Wir haben es uns selbst schwer gemacht“, bemängelte Sudweyhes Trainer Eduard Scharf. Sein Vilser Gegenüber Ben Weber hatte dagegen ein „Spiel mit abwechselnd stärkeren Phasen“ gesehen.

Nach der Pause kamen beide Mannschaften mit Schwung zurück in die Partie, wobei Sudweyhe den besseren Start erwischte. Zunächst scheiterte Daniel Koch an SVBV-Schlussmann Tobias Stuwe, ehe Mika Bade aus bester Position das Tor verfehlte.

Die größte Chance des Spiels hatte jedoch die Reserve des SV Bruchhausen-Vilsen. Nico Schröder setzte sich auf der Außenbahn gegen zwei Sudweyher Abwehrspieler durch und legte den Ball in die Mitte. Dort musste Feizal Alkozei aus fünf Metern nur noch ins leere Tor einschieben, verfehlte das Gehäuse aber um einen Meter. „Den haben wir, glaube ich, alle schon drin gesehen. Aber ihm ist der Ball über den Schlappen gerutscht, und er ist zudem nicht komplett im Rhythmus, da kann man ihm so etwas nicht verübeln“, nahm Weber seinen Angreifer in Schutz.

Nun begann die starke Phase von Daniel Koch. Direkt nach der Halbzeitpause war er noch knapp gescheitert, doch in der Schlussphase fasste er sich aus 20 Metern ein Herz und zog ab. Der Ball schlug knapp neben dem linken Torpfosten ein (81.) Vilsen lockerte nun die Defensive und schob die Reihen höher. Sudweyhe nutzte die Räume und ein Steckpass fand erneut den starken Koch. Mit einem cleveren Lupfer erhöhte er auf 2:0 (90.). Den Schlusspunkt setzte Vilsens Steve Prehn. Nach einer Flanke stand er genau richtig und verkürzte mit dem Schlusspfiff zum 1:2-Endstand. „Der Sieg war alles andere als souverän. Wir haben natürlich auch davon profitiert, dass wir nicht in Rückstand geraten sind“, resümierte Scharf. Weber dagegen war trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Ich glaube, wir hätten auch punkten können. Am Ende ist Sudweyhe dann so stark, dass sie kurz vor Schluss doch noch treffen."

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 19.10.2020

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