header
Herren 08.04.2022 von Thomas Warnke

2. Herren: Der neue Anführer

Der 24-jährige Luca Rother sieht seine Zukunft beim SV Bruchhausen-Vilsen II

Bruchhausen-Vilsen. Luca Rother ist kein Spieler, der in seiner fußballerischen Laufbahn in Träumereien verfallen ist. Von seinen Qualitäten her könnte er zwar höhere Ziele verfolgen, doch der Defensivspieler fühlt sich beim SV Bruchhausen-Vilsen pudelwohl und kickt seit einigen Jahren erfolgreich für die Reserve-Mannschaft in der Kreisliga – das reicht ihm. "Wenn ich in einer höheren Liga hätte spielen wollen, hätte ich in der Vergangenheit sicherlich andere Wege einschlagen müssen. Dieser Zug ist längst abgefahren", sagt der 24-Jährige.

Auch eine Dauerbeschäftigung im Bezirksliga-Team von Torsten Klein kommt für Rother aktuell nicht in Frage: "Dafür bin ich einfach zu oft verletzt. Ich habe einige Probleme mit meiner Hüfte, die bei höherer Belastung Schmerzen auslöst", erklärt Rother und führt fort: "Früher ging es für mich mal in die Erste und mal in die Zweite, es war immer ein hoch und runter. Das gibt aber auch der Mannschaft kein gutes Gefühl. Deshalb spiele ich nun fest in der Zweiten. Wenn ich aber aushelfen sollte, bin ich natürlich dabei."

In Weyhe geboren, erlernte Rother das Kicken in Lahausen. Früh wurde er für die Kreisauswahl nominiert und suchte in der C-Jugend eine neue Herausforderung beim TuS Sudweyhe. Doch als seine Familie nach Bruchhausen-Vilsen zog, war erst einmal Schluss mit dem runden Spielgerät. „Da hat Fußball nicht mehr so eine wichtige Rolle für mich gespielt, ich hatte zu dem Zeitpunkt andere Prioritäten“, verrät Rother. „Jetzt ärgere ich mich auch darüber. Weil ich mir die verpasste Zeit nicht zurückholen kann.“ Drei Jahre später feierte Rother sein Comeback in der A-Jugend des SV Bruchhausen-Vilsen. Nun ist er ein fester Bestandteil des Reserve-Teams von Steffen Lange. Derzeit muss er aufgrund einer Verletzung am Zeh allerdings passen. "Nächste Woche gegen Weyhe-Lahausen werde ich aber wieder dabei sein können", betont Rother.

Der Kapitän bleibt an Bord

Während der abgelaufenen Winterpause entwickelte sich in der Mannschaft von Steffen Lange eine neue Hierarchie. Aus zeitlichen Gründen konnte Philipp Knake das Amt des Kapitäns nicht länger ausführen. Es musste also ein neuer Anführer für das Team gefunden werden. Der Vilser Coach entschied sich für Luca Rother. "Wir haben das innerhalb der Mannschaft abgestimmt und waren der Meinung, dass ich diese Aufgabe am besten ausfüllen kann. Es freut mich natürlich, wenn ein Trainer mir vertraut", sagt der 24-Jährige, der sich sehr überrascht zeigte, dass Lange vor einigen Wochen seinen Rücktritt nach der laufenden Saison bekannt gab. "Ich bin immer sehr gut mit ihm klargekommen. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich enttäuscht bin. Schade finde ich es trotzdem", betont Rother. Allerdings freue er sich auch auf Daniele Guerra, der die Vilser Reserve zur kommenden Spielzeit übernehmen wird. "Ich habe noch keinen Kontakt zu ihm gehabt, weiß aber, dass er bislang bei jedem Spiel vor Ort war. Es wird sicher spannend werden, auch mal unter einem externen Trainer zu spielen."

Dass Rother und Guerra in der kommenden Saison in der Kreisliga zusammenarbeiten werden, ist nach dem perfekten Auftakt in die Abstiegsrunde wahrscheinlicher geworden. Die Vilser Reserve startete ohne Rother mit zwei Siegen. "Ich habe mir die beiden Partien natürlich angesehen. Defensiv haben wir gut gestanden. Offensiv ging jetzt zwar noch nicht alles zusammen, aber mit unserem Neuzugang Walid Garaf haben wir frischen Wind reinbekommen, der sehr quirlig und schnell ist", lobt Rother, der im vergangenen Jahr zum Innenverteidiger umgeschult worden ist und nun insgeheim darauf hofft, nach seiner Rückkehr wieder im Mittelfeld agieren zu dürfen. "Dass ich auf meiner Position bleiben möchte, will ich jetzt nicht unbedingt sagen. In der Vergangenheit hat sich das allerdings bewährt, weil ich das Spiel gut aufbauen kann. Wir standen zuletzt hinten aber so gut, dass ich vielleicht Glück haben könnte und wieder auf der Sechs eingesetzt werde."

Auch in Zukunft möchte Rother von höheren Aufgaben absehen und der Vilser-Reserve die Treue halten. "Ich werde hier bleiben, weil wir eine Mannschaft haben, die sehr gut ist und noch viel erreichen kann."

© Mit freundlicher Genehmigung der Bremer Tageszeitungen, Datum: 08.04.2022