header
Herren 09.08.2019 von Thomas Warnke

1. Herren: Schnell akklimatisiert

Jakob Warnke ist in der ersten Herren des SV Bruchhausen-Vilsen angekommen

Bruchhausen-Vilsen. In der Regel ist der Übergang vom Juniorenbereich zum Herrenfußball nicht immer ganz einfach und mit einigen Hindernissen bestückt. Ein anderes Tempo, härtere Zweikämpfe, ein neuer Trainer und viele unbekannte Gesichter in der eigenen Mannschaft. Für Jakob Warnke vom SV Bruchhausen-Vilsen stellte dieser Übergang keine Probleme dar. „Ich fühle mich hier im Team schon pudelwohl“, betont der 18-Jährige, der momentan seine erste richtige Spielzeit im Seniorenbereich angeht.

Doch ganz neu ist die Situation für den Linksverteidiger nicht. Denn bereits in der zurückliegenden Spielzeit kam Warnke in der Bezirksliga zum Einsatz, sammelte somit schon etwas Erfahrung bei der ersten Herren. Außerdem musste sich der Auszubildende nicht an einen neuen Trainer gewöhnen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren war Patrick Tolle in der A-Jugend sein Mentor, der im vergangenen Winter auch die Regie als Herrencoach übernommen hat. „Das spielt einem natürlich sehr in die Karten, weil er auch viel auf die jungen Spieler setzt“, sagt Warnke über seinen Übungsleiter, den er wie folgt beschreibt: „Er ist vielleicht nicht ganz so der Taktikfuchs“, lacht der 18-Jährige. Aber: „Er ist ein absoluter Motivator, der uns immer wieder bis an die Grenzen treibt. Kampfgeist und Leidenschaft stehen bei ihm an erster Stelle.“

Auch die Mannschaft ist für ihn nicht wirklich neu. Einige Spieler, mit denen das Eigengewächs zusammen in der Jugend kickte, gehören nun auch dem Kader der ersten Herren an. Warnke spricht dabei von einem Altersdurchschnitt von etwa 22 bis 23 Jahren. „Wir haben eine junge und wilde Truppe zusammen. Aber meiner Meinung nach fehlen ein paar alte Haudegen, die auch mal eine Ansage machen, wenn es mal nicht so läuft.“

Die Jugend forscht also beim Kreisligisten SV Bruchhausen-Vilsen. Dementsprechend fallen auch die Themen in der Kabine aus. So wird in der Regel nicht über Kinder und Hausbau gesprochen. Sondern: „Wir quatschen viel über unsere Ausbildungen, weil viele gerade damit angefangen haben. Oder wenn FIFA 20 Ende September herauskommt, ist das bestimmt wieder Gesprächsthema Nummer eins“, erklärt Warnke.

Wechsel keine Option

Ein Leben für den Verein: Noch nie spielte Warnke bislang für einen anderen Klub. Seit Kindheitstagen rennt und ackert der gebürtige Vilser für seinen SVBV. Ein Wechsel kam für ihn bisher auch nie in Frage. „Vielleicht irgendwann mal. Aber derzeit ist das keine Option“, unterstreicht der Verteidiger und erklärt auch, warum das so ist: „Ich kann hier mit meinen Freunden zusammen kicken. Was will ich denn mehr?“ Und nicht nur mit seinen Kumpels – auch sein Bruder Moritz wirkt in der ersten Mannschaft mit.

Offenbar scheinen Zusammenhalt und Teamgeist zu stimmen. Die Ergebnisse zumindest sprechen bis dato für sich. Im Pokal setzte sich der SV Bruchhausen-Vilsen souverän mit 4:1 beim TuS St. Hülfe-Heede durch und am ersten Spieltag bezwang der Absteiger den TVE Nordwohlde deutlich mit 5:1. Dennoch war Warnke mit der gezeigten Performance nicht ganz d’accord. „Zwischenzeitlich haben wir das Spiel aus der Hand gegeben und uns das Leben unnötig schwer gemacht“, betont der Linksverteidiger, der mit seinem Herzensverein hoch hinaus will. „Für diese Saison haben wir als Ziel Platz eins bis fünf ausgeben. Daher gehören wir schon mit zu den Favoriten auf den Aufstieg.“ Doch Warnke denkt auch noch weiter in die Zukunft: „Mein Ziel ist es natürlich, mit dem Verein in die Bezirksliga zurückzukehren. Vielleicht ja auch schon in dieser Saison, eine Aufbruchsstimmung ist auf alle Fälle zu spüren.“

Wenn der Traum vom direkten Wiederaufstieg in Erfüllung gehen soll, wäre ein Sieg am Sonntag gegen den SV Friesen Lembruch auf jeden Fall von Vorteil. „Im Herrenbereich habe ich noch nie gegen Lembruch gespielt, in der Jugend waren sie eigentlich immer relativ stark besetzt. Deswegen kann ich den Gegner noch nicht so ganz einschätzen“, meint Warnke.

Doch eines ist sicher: „Wir werden nur auf Sieg spielen. Aber trotzdem werden wir auch auf alles gefasst sein.“

 

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 09.08.2019