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Herren 15.03.2019 von Thomas Warnke

1. Herren: Ein Endspiel – oder doch nicht?

Mit neuen Trainern, aber auch mit jeder Menge neuem Optimismus gehen die Kellerkinder TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und SV Bruchhausen-Vilsen die Restrunde an. Zum Auftakt treffen sie direkt aufeinander.

Vorletzter gegen Letzter, elf Spieltage vor Saisonende: Mehr Kellerduell als zwischen der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und dem SV Bruchhausen-Vilsen (Sonntag, 15 Uhr) geht nicht. Es liegt allzu nahe, die Partie zum Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt auszurufen. Darüber hinaus stellt sich die Frage: Wie gut kehren eigentlich neue Besen? Schließlich ist es sowohl für André Schmitz auf TSG-Seite als auch für Patrick Tolle auf SVBV-Seite das erste Pflichtspiel auf der Trainerbank.

So bedrohlich die Lage für beide Mannschaften auch ist, so kann für Schmitz von Endspiel jedoch keine Rede sein. Er stellt eine andere Rechnung auf: „Wir haben noch elf Spiele und brauchen für den Klassenerhalt 30 Punkte. Das heißt, uns fehlen 19 Punkte. Natürlich wäre es schön, wenn wir mit einem Sieg starten, aber auch wenn wir nicht gewinnen, ist nichts verloren.“ Das Ziel sei es, auch nach dem Spieltag nicht Letzter zu sein. Sprich: Die TSG will mindestens einen Zähler und auf keinen Fall verlieren, denn dann würden die Vilser auf jeden Fall an den Gastgebern vorbeiziehen. Genau darauf hofft natürlich Patrick Tolle, der dem Duell schon deutlich mehr Endspielcharakter beimisst als Schmitz. Ein Sieg soll der Startschuss für die Vilser Aufholjagd werden. „Für uns geht es in den nächsten Spielen schon um alles“, sagt der neue Trainer. Nach Seckenhausen warten auf die Lilahemden die Heimspiele gegen den TuS Kirchdorf, der mit fünf Punkten Vorsprung auf das Schlusslicht den Relegationsplatz belegt, und den TuS Sudweyhe, der nach einer nur in Teilen befriedigenden Hinserie Neunter ist. „Da müssen wir punkten. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass das klappt“, strahlt er den Optimismus aus, mit dem er an seine neue Aufgabe herangegangen ist.

Aufbruchstimmung in beiden Lagern

Bei den Vilsern ist es ähnlich wie bei den Seckenhausern, die am Dienstag einen 4:1-Testspielsieg über den Kreisligisten TSV Weyhe-Lahausen feierten (Tore: Moritz Drescher, zweimal Sandro Wittig und Philip Kleingärtner). Es herrscht Aufbruchstimmung. Beide Mannschaften sind in der Vorbereitung mit Blick auf ihre Testspiele nicht ohne Makel geblieben, doch sowohl bei der TSG als auch beim SVBV gilt: Ergebnisse sind – zumindest teilweise – sekundär. Schmitz und Tolle haben gute Ansätze gesehen, auf denen sich aufbauen lässt. Der TSG-Trainer hat seiner Mannschaft neuen Mut eingehaucht und versucht, ihr die Angst vor Fehlern zu nehmen. Genauso wichtig: Er hat personell einige Alternativen. Diese kommen zwar überwiegend aus der zweiten und dritten Herrenmannschaft, doch das bedeutet für Schmitz kein Qualitätsproblem. Im Gegenteil: „Die Jungs sind unverbraucht. Sie sind mit ihrer Unbekümmertheit eine absolute Bereicherung für uns. Wenn man sieht, wie viel Gas sie geben, dann ist das beeindruckend.“ Mit Danny Pankratz (TV Stuhr) und Hergen Corßen-Katenkamp sind aber auch erfahrenere Kräfte zum Team gestoßen. Schmitz' großes Netzwerk konnten die Seckenhauser dagegen nicht nutzen: Als der 47-Jährige vor wenigen Wochen als Trainer installiert wurde, war die Wechselfrist bereits abgelaufen. Das ändert jedoch nichts daran, dass der Coach große Stücke auf sein Team hält: „Die Jungs könnten besser nicht sein“, sagt er.

Schmitz strahlt bedingungslosen Optimismus aus – genau wie sein Vilser Pendant Tolle. Der Glaube an die eigene Stärke ist auch beim SVBV zurückgekehrt. „Die Testspiele“, sagt der Trainer, „waren richtig gut.“ Fünf Partien hat der SVBV bestritten, die Bilanz ist mit drei Siegen, einem Unentschieden und nur einer Niederlage sehr gut. „Das ist für den Kopf ganz wichtig. Die Jungs sehen, dass es funktioniert.“ Jedes Erfolgserlebnis hat zur guten Stimmung rund um das Team beigetragen, das weiterhin auf die Unterstützung der ebenfalls von Tolle trainierten Bezirksliga-A-Jugend zählen kann. Die Talente haben eine besondere Motivation: Viele von ihnen werden zur kommenden Saison in den Herrenbereich aufsteigen. Dann wollen sie natürlich lieber im Bezirk als auf Kreisebene spielen. Dass sie eine Hilfe sind, haben sie bereits bewiesen.

Tolle zieht ein positives Fazit der Vorbereitung: „Wir hatten gute Spiele, wir haben gut trainiert und wir hatten durchgehend viele Spieler beim Training. Wir haben gezeigt, was wir können, aber wir haben auch gesehen, was wir nicht können. Daran arbeiten wir. Insgesamt freuen wir uns darauf, dass es wieder losgeht.“ Auch vor dem Seckenhauser Kunstrasen graut es den Vilsern nicht. „Wir haben technisch gute Spieler, die damit zurechtkommen werden“, ist der Coach überzeugt. Beide Teams starten mit offenem Visier in die Partie, die offiziell zwar nur für die Vilser ein Endspiel ist, aber auch für die TSG im Abstiegskampf eine entscheidende Rolle spielen wird.

© Mit freundlicher Genehmigung von Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 15.03.2019